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Fazit | Beitrag vom 04.05.2021

Fotoausstellung über Krankenhausalltag in der PandemieBilder der Stärke und Resilienz

Claudia Paul im Gespräch mit Marietta Schwarz

Krankenschwester Simone findet Kraft in einem Gebet. (Claudia Paul)
Das gesamte Krankenhauspersonal habe alles gegeben in der Pandemiebekämpfung und nebenbei auch noch das Fotoprojekt unterstützt, sagt Claudia Paul. (Claudia Paul)

Im März 2020 hat die Fotografin Claudia Paul den Krankenhausalltag am New Yorker Mount Sinai Hospital fotografisch begleitet. Entstanden ist eine Dokumentation, die die Belastung in der Hochzeit der Pandemie eindrücklich schildert.

Im Auftrag des New Yorker Mount Sinai Hospitals hat die deutsche Fotografin Claudia Paul Ende März 2020 den Alltag des Krankenhauspersonals fotografisch begleitet. Entstanden ist eine zweiteilige Fotoserie: "Covid 19" und "Faces of Resilience". Diese sind im Deutsch-Amerikanischen Institut Tübingen zu sehen oder als virtueller Rundgang.

Obwohl zum damaligen Zeitpunkt dramatische Zustände in New York herrschten, machen Pauls Fotografien eher einen geordneten und ruhigen Eindruck. "Wir haben wirklich versucht, auch die ruhigeren Zeiten zu zeigen, weil in dem Chaos, in dem hektischen Alltag es einfach doch sehr belastend für alle war."

Mit ihrer Kamera habe sie versucht, die Krankenschwestern, die Ärzte, die ganzen Helfer, "die wirklich unermüdlich gearbeitet haben", hervorzuheben.

Die Pandemiezeit für die Zukunft archivieren

Die Fotos waren für das Krankenhausarchiv bestimmt: "Da ging es uns natürlich auch sehr darum, eine Dokumentation zu erzeugen, auf die man wirklich Jahre später zurückblicken und sagen kann: 'Okay, das waren die ganzen Maßnahmen, die dieses Krankenhaus ergreifen musste, und so ging es den Mitarbeitern.' Da war es auch eben Sinn der Sache, dass man auch die guten Seiten zeigt."

Am Anfang ihrer Arbeit sei sie wegen des hohen Ansteckungsrisikos damals in New York doch sehr nervös gewesen, sagt Paul. "Es war alles noch sehr, sehr ungewiss. Und dann haben wir auch uns sehr, sehr vorsichtig vorgetastet."

Auf dem Foto "Teamwork" der Fotografin Claudia Paul sind zwei Mitarbeiterinnen der Mount Sinai Hospitals zusehen, die sich Schutzkleidung wegen der Coronapandemie anziehen.  (Claudia Paul)Wie hier auf dem Foto "Teamwork" schildert die Fotografin Claudia Paul den Krankenhausalltag in der Pandemie. (Claudia Paul)

Umso mehr habe sie die Stärke und Resilienz der Mitarbeiter beeindruckt. "Vor allem die Schwestern, die haben wirklich die meiste Arbeit geleistet in der ganzen Zeit und haben wirklich ihr ganzes Wesen gegeben für die Arbeit."

Der Auftrag für das Mount Sinai Hospital habe sie positiv und negativ zugleich beeinflusst. "Auf der einen Seite gab es mir wirklich eine Aufgabe und es gab mir auch Kraft. Aber auf der anderen Seite hat es mich natürlich doch auch mitgenommen gefühlsmäßig", resümiert Paul, "weil das natürlich schon bei einem hängen bleibt".

Ratlos gegenüber Pandemie-Leugnern

Nachdem sie so unmittelbar Augenzeugin wurde der verheerenden Auswirkungen von Covid19, könne sie nicht nachvollziehen, warum Menschen die Panemie verharmlosen. Auch im New Yorker Krankenhaus habe es Menschen gegeben, die geglaubt hätten, sie haben nur eine Grippe, während sie auf der Intensivstation lagen.

(kpa)

Ein virtueller Rundgang durch die Ausstellung ist bis zum 18. September 2021 möglich.

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