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Studio 9 | Beitrag vom 06.05.2019

Forscher über das rasante Artensterben"Der Kampf ist noch nicht verloren"

Von Christiane Kaess

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Ein Junge steht vor einer zerstörter Regenwaldfläche.  Laut dem Artenschutz-Bericht der UN wurden zwischen 1980 und 2000 in den Tropen 100 Millionen Hektar Regenwald zerstört. Dieser wird eigentlich als Kohlenstoffspeicher der Erde gebraucht. (dpa / picture-alliance / I.R.Lloyd/ Wildlife )
Laut dem Artenschutz-Bericht der UN wurden zwischen 1980 und 2000 in den Tropen 100 Millionen Hektar Regenwald zerstört. (dpa / picture-alliance / I.R.Lloyd/ Wildlife )

Eine Million Tiere und Pflanzen sind vom Aussterben bedroht, meldet die UN. Mehr als 40 Prozent der Amphibienarten und über ein Drittel aller Meeressäuger sind gefährdet. Schuld am Artensterben ist der Mensch – er könnte es allerdings auch stoppen.

"Mehr Tier-und Pflanzenarten sind vom Ausstreben bedroht als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit", warnt Josef Settele. Er ist Wissenschaftler am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und mitverantwortlich für einen gerade veröffentlichten UN-Bericht, der ein düsteres Bild zeichnet. Von den geschätzt acht Millionen Tier-und Pflanzenarten auf der Erde ist etwa eine Million vom Aussterben bedroht – und das Tempo verschärft sich zusehends.

Der Mensch treibt das Artensterben rasch voran

Die Zahlen sprechen für sich: Seit dem Jahr 1900 ist auf dem Land die Anzahl der Arten um mindestens 20 Prozent zurückgegangen. 85 Prozent der Feuchtgebiete sind schon zerstört. Mehr als 40 Prozent der Amphibienarten, mehr als 30 Prozent der Korallenriffe und mehr als ein Drittel aller Meeressäuger sind in Gefahr.

Der Bericht benennt auch wirtschaftliche Schäden im Zusammenhang mit dem Insektenstreben: Weil ein Großteil der Pflanzen in der Landwirtschaft davon abhängig ist, von Insekten bestäubt zu werden, wird der Verlust bei der weltweiten Ernte jedes Jahr auf bis zu 570 Milliarden US-Dollar beziffert.

Schuld daran, so besagt der Bericht, sind die Menschen. Zum immer größeren Bedarf an Lebensmitteln, die die mittlerweile 7,7 Milliarden Menschen auf der Erde brauchen, kommt der Klimawandel. Er spielt eine immer größere Rolle beim Artensterben. Umweltverschmutzung und fremde Tier-und Pflanzenarten in Umgebungen, wo sie nicht hingehören, verschärfen die Bedrohung.

100 Millionen Hektar Regenwald vernichtet

Wie weit der Mensch in die Ökosysteme der Erde vorgedrungen ist, zeigt sich laut dem Bericht am deutlichsten in den Tropen. Dort sind 100 Millionen Hektar Regenwald, der eigentlich als Kohlenstoffspeicher der Erde gebraucht wird, zwischen 1980 und dem Jahr 2000 verloren gegangen.

Der einzige Lichtblick in diesem düsteren Szenario: Der Kampf gegen das Artensterben sei noch nicht verloren, sagen die Forscher. Allerdings müsse jetzt damit begonnen werden.

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