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Der Theaterpodcast | Beitrag vom 31.08.2018

Folge 7Theaterhäuser - marode, strahlkräftig, politisch bewusst

Von Susanne Burkhardt und Elena Philipp

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Blick auf den Eingangsbereich des Nationaltheaters in Mannheim in Baden-Württemberg, aufgenommen 2015 (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)
Auch das Nationaltheater Mannheim hat Sanierungsbedarf. (picture alliance / dpa / Uwe Anspach)

Zurück aus der Spielzeitpause fragt der Theaterpodcast Folge 7, warum das Theater Basel die Kritikerumfrage von "Theater heute" gewinnt. Außerdem geht es um marode Häuser und die Frage nach politischer Verantwortung von Theatern.

80 Prozent der Theaterbauten in Deutschland sind sanierungsbedürftig. Rollt auf die Kommunen und Länder eine "Sanierungswelle" zu? Undichte Dächer, veraltete Bühnentechnik, mangelnder Brandschutz, schlechte Energieeffizienz: die Liste der Mängel ist lang, der Handlungsdruck groß.

Im Theaterpodcast Folge 7 sprechen Susanne Burkhardt und Elena Philipp über die planerischen Herausforderungen der Theatersanierungen und über die Rolle der Theater als Identifikationsort im Zentrum der Stadt.

Generalsanierung oder Neubau? So lautet die grundlegende Frage angesichts der maroden Bausubstanz von Stadt- und Staatstheatern. Kostenintensiv sind beide Lösungen, wie das Beispiel Frankfurt am Main zeigt. In Mannheim wird die Sanierung des Nationaltheaters zu einem Drittel vom Bund bezuschusst – ein haushaltspolitischer Coup, denn Kulturfinanzierung ist eigentlich Aufgabe von Ländern und Kommunen. Zeichnet sich hier ein neues Finanzierungsmodell ab?

Der Regisseur und Dramaturg Andreas Beck, hier eine Aufnahme von 2015. (dpa-Bildfunk / Theater Basel / Simon Hallstroem)Der Regisseur und Dramaturg Andreas Beck, Hausherr des "Theater des Jahres" 2018 (dpa-Bildfunk / Theater Basel / Simon Hallstroem)

Wie Theaterhäuser lokal Strahlkraft entwickeln, die auch überregional wirkt, zeigt beispielhaft das Theater Basel unter seinem derzeitigen Intendanten Andreas Beck. In der Kritikerumfrage des Fachmagazins "Theater heute" wurde es zum Theater des Jahres gewählt. Über den Erfolg des Hauses und seine "Basler Dramaturgie" spricht das Theaterpodcast-Duo mit Andreas Klaeui, (Rundfunk-)Journalist und Mitglied der Theatertreffen-Jury.

Erfolg ist hausgemacht, entsteht aber nicht im luftleeren Raum: Dass der gesellschaftliche Kontext immer auch die Theaterarbeit beeinflusst, zeigt die Debatte um die diesjährige Ruhrtriennale. Dort steuerte die Festival-Intendantin Stefanie Carp in die Untiefen der Tagespolitik, als sie eine Band, die der israelfeindlichen Bewegung BDS nahe steht, erst ein-, dann aus- und wieder einlud. Nur ein lässlicher Fehler oder verantwortungsloses Herumlavieren? Das ist die Frage.

Ruhrtriennale: Die Dramaturgin und Festival-Direktorin Stefanie Carp (dpa / picture alliance / Sven Simon )Versteht sich als Anwältin der Künstler: Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp (dpa / picture alliance / Sven Simon )

Regisseur und Autor Falk Richter beim Theatertreffen 2016 im Haus der Berliner Festspiele  (imago/Piero Chiussi)Engagiert sich gegen Rechtsextremismus: Regisseur und Autor Falk Richter (imago/Piero Chiussi)

Für kontextbewusste Theaterarbeit mit klarer politischer Haltung steht der Regisseur Falk Richter. Er engagiert sich gegen Rechtsextremismus und hat kürzlich einen Rechtsstreit um seine Inszenierung "Fear" gewonnen. Gemeinsam mit dem Podcast-Gast Andreas Klaeui diskutieren Susanne Burkhardt und Elena Philipp einmal mehr die Frage, wie Theater politisch wirken kann.

Mehr zum "Theaterpodcast"

Einmal im Monat greift Der Theaterpodcast die wichtigen Debatten rund um das Theater und seine Macher und Macherinnen auf. Über die Kunst und den Betrieb, in dem immer noch zu wenig Frauen das Sagen haben, sprechen zwei Theaterredakteurinnen, Susanne Burkhardt vom Deutschlandfunk-Kultur-Theatermagazin Rang 1 und Elena Philipp vom Online-Portal nachtkritik.de.

Auszüge aus dem Theaterpodcast sendet Deutschlandfunk Kultur an jedem dritten Samstag im Monat im Theatermagazin Rang 1. Hier geht’s zum Theaterpodcast des Monats August.

Die Stimmen: Susanne Burkhardt studierte Kulturwissenschaft, Betriebswirtschaft und Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und in London (Middlesex University). Sie ist Diplom-Medienberaterin und begann ihre Radio-Karriere als Hörspielregieassistentin beim Sender Freies Berlin (später RBB). Nach einem Volontariat beim Deutschlandradio ist sie seit 2001 Redakteurin, Autorin und Moderatorin beim Deutschlandfunk Kultur ("Fazit", "Rang 1 – Das Theatermagazin").

Elena Philipp studierte in Freiburg Politik und Soziologie, entschied sich nach einer Regiehospitanz aber für ein Studium der Theater-, Film und Literaturwissenschaft in Berlin. Dort arbeitete sie für Tanzfestivals, gründete ein Literaturmagazin und ein Text-Ton-Festival mit und etablierte beim Literaturwettbewerb Open Mike das Livebloggen. Seit 2006 schreibt sie für Tageszeitungen und Fachmedien über Theater und Tanz. 2017 wurde sie Redakteurin beim Online-Theaterfeuilleton nachtkritik.de.

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