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Fazit | Beitrag vom 05.09.2021

Filmmuseum Potsdam wird 40Museum mit turbulenter Geschichte

Dorett Molitor im Gespräch mit Britta Bürger

Blick in die Innenräume der Ausstellung (Manfred Thomas)
Blick in die Ausstellung „40 Jahre Filmmuseum Potsdam“ (Manfred Thomas)

Deutschlands ältestes Filmmuseum in Potsdam feiert sein 40-jähriges Bestehen. Die Freude war groß, als nach der Wende bis dahin in der DDR verbotene Filme gezeigt werden durften, erinnert sich Kuratorin Dorett Molitor.

1981 wurde das Filmmuseum Potsdam als "Filmmuseum der DDR" eröffnet und ist das älteste Museum seiner Art in Deutschland. Jetzt feiert das Museum seine 40-jährige Geschichte mit einer Ausstellung und einer Wunschfilmreihe von Mitarbeitenden.

Schwierige Wendezeit

Das Museum habe turbulente Zeiten hinter sich, sagt die Kuratorin Dorett Molitor. Sie arbeitet seit rund 30 Jahren für das Museum und hat auch die Jubiläumsausstellung kuratiert. Jahrelang habe es einen "permanenten Unruhestand" gegeben: durch Sparmaßnahmen der Landesregierung und die Frage nach der Trägerschaft. (*)

Kuratorin Dorett Molitor im Foyer zur Ausstellung "40 Jahre Filmmuseum Potsdam" (dpa / picture alliance / Sören Stache)Kuratorin Dorett Molitor im Foyer zur Ausstellung "40 Jahre Filmmuseum Potsdam“ (dpa / picture alliance / Sören Stache)

Nach der Wende habe man für das Kinoprogramm nicht mehr mit dem staatlich regulierten Filmverleih der DDR zu tun gehabt, sondern plötzlich mit 40 Verleihern – ohne moderne Infrastruktur:

"Wir hatten keine Telefonverbindungen. Es gab hinter der Glienicker Brücke eine Telefonzelle, an der viele Leute anstanden, unter anderem auch ich. Und da habe ich dann die Filme bestellt. Wir hatten keinen Kopierer keine Drucker, keine Computer. Es war schon sehr absurd."

Filmklassiker ohne Publikum

Besonders aufregend sei die Wendezeit gewesen, als das Museum plötzlich Zugriff auf Filme aus aller Welt bekommen habe, die bis dahin von der DDR-Führung verboten gewesen waren.

"Es war natürlich der Traum, diese Filmkunst zeigen zu können und mit den Filmemachern zu reden. Wir haben dann die französischen Autorenfilmer und Orson Welles und Syberberg gezeigt – und es kam niemand. Und wir saßen relativ erschüttert allein."

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Erst als die Potsdamer ihren Hunger nach Reisen ins westliche Ausland gestillt hätten, sei das Angebot des Filmmuseum Babelsberg dann wahrgenommen worden.

Studenten durchforschen das Archiv 

Dass das Museum seit 2011 zur Filmuniversität Babelsberg gehört, sei ein großer Vorteil und berge große Chancen für die Sammlung, die zur Geschichte des Films mehr als eine Million Objekte besitzt: "Es gibt dort ein riesiges Forschungspotenzial."

(mle/dpa)

(*)Redaktioneller Hinweis: Dorett Molitor ist nicht nicht mehr Sammlungsleiterin, sondern Kuratorin. Diesen Fehler haben wir korrigiert.

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