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Tonart | Beitrag vom 19.05.2020

Filmkomponist Peter ThomasMister Raumpatrouille ist tot

Vincent Neumann im Gespräch mit Oliver Schwesig

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Der Komponist Peter Thomas blickt schräg nach oben, im Hintergrund ist ein projiziertes Ufo zu sehen. (Imago/Horst Galuschka)
Er verlieh der "Raumpatrouille" ihren bis heute geliebten Klang: der Komponist Peter Thomas, hier 2008 in der Kölner Philharmonie. (Imago/Horst Galuschka)

Der Filmkomponist Peter Thomas ist tot. Wer in den 60er- und 70er-Jahren Fernsehen schaute oder ins Kino ging, kam an seinen Sounds nicht vorbei. Thomas stand musikalisch für Edgar Wallace - und die "Raumpatrouille".

Der Filmkomponist Peter Thomas ist am Dienstag im Alter von 94 Jahren gestorben. Das teilten seine Verleger mit. Sein bekanntestes Werk ist der Soundtrack zur TV-Serie "Raumpatrouille", dazu kam die musikalische Untermalung von zahlreichen Edgar-Wallace-Filmen. Bekannt war Thomas für seine experimentellen, oft hektisch-nervösen Sounds.

Zahlreiche Krimi-Soundtracks

Thomas kam 1958 zum Fernsehen, wo er zwei Jahre später bereits den Durbridge-Mehrteiler "Es ist soweit" vertonte. Für die Musik zu Will Trempers "Flucht nach Berlin" erhielt Thomas das Filmband in Gold in der Kategorie "Beste Filmmusik".

Sein Soundtrack für den Edgar-Wallace-Film "Die seltsame Gräfin" sorgte für einen Karriereschub. Insgesamt schrieb er für 18 Filme der populären Reihe die Musik. Auch andere Kriminalfilme vertonte er. Mit Musik für den Durbridge-Mehrteiler "Melissa" (1966) landete er sogar in den deutschen Charts.

Wiederentdeckung in den 90ern

Neben dem 2019 verstorbenen Komponisten Martin Böttcher zählte Thomas zu den wichtigsten deutschen Filmmusik-Komponisten der 60er- und 70er-Jahre. Von einer neuen Generation Musikern und Fans wiederentdeckt wurde er im Zuge des Easy-Listening-Revivals in den 90er-Jahren. Zu seinen Verehrern zählte auch der US-Musiker Mike Patton der Gruppe Faith No More.

Thomas arbeitete im Laufe seiner Karriere mit vielen bedeutenden Musikern wie Klaus Doldinger oder Albert Mangelsdorff zusammen, er widmete sich auch Hörspielen und Musicals und nahm Gesangsinterpreten wie Senta Berger, Heinz Erhardt, Harald Juhnke und Zarah Leander auf. Der Komponist lebte in Lugano. (ahe/thg)

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