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Tonart | Beitrag vom 09.01.2019

Filmfestival Norient"Musik kann eine politische Rolle spielen"

Thomas Burkhalter im Gespräch mit Carsten Beyer

Das Plakat zum 9. Norient Musikfilmfestival 2019. (Norient Musikfilm Festival 2019)
Beim Festival geht es um Musik und Film, aber auch um Themen wie Migration, Futurismus, Tradition und Krieg. (Norient Musikfilm Festival 2019)

Das Onlinemagazin norient.com veranstaltet zum neunten Mal ein Musikfilmfestival in der Schweiz. Ein Thema ist dieses Jahr Migration. Mit Hilfe eines Netzwerks sucht das Festival nach Filmen auf der ganzen Welt.

Auf dem Norient-Filmfestival dreht sich alles um Musik. Für Norient-Gründer Thomas Burkhalter ist Musik ein faszinierendes Phänomen. Sie könne vielseitig wirken. Im Deutschlandfunk Kultur sagte er:

"Musik kann eine politische Rolle spielen, indem sie Aufmerksamkeit erregt für die Situation von Migrantinnen und Migranten. Musik kann aber auch einfach eine Hoffnung geben. Es kann eine Flucht sein von der Flucht letztlich. Dass man auch irgendwann mal etwas Schönes wieder hört."

Auch wenn es keinen thematischen Überbau für das Musikfilmfestival in Bern gebe, Migration sei dieses Jahr eines der präsenten Motive. So werde etwa die syrische Produktion "Syrian Metal is War" gezeigt. Deren Regisseur Monzer Darwish lebt heute in den Niederlanden, stammt jedoch aus Syrien. Darwish porträtiert in seinem Film Metal-Musikerinnen und –musiker in seinem Land.

"Dieser Film ist tatsächlich ein Migrationsfilm," betonte Burkhalter: "Weil Monzer Darwish über das Mittelmeer mit einem Boot nach Europa gekommen ist."

Von Underground-Filmen bis Mainstream-Produktionen

Die gezeigten Filme stammen aus der ganzen Welt. Laut Burkhalter hilft ein großes Netzwerk dem Festival, Werke aus verschiedenen Ländern und Regionen zu finden. Darunter seien Underground-Produktionen wie auch Mainstream-Filme, die bereits auf großen Festivals gezeigt worden sind.

Dabei sei es kein Auswahlkriterium, dass die Filmemacherinnen und –macher aus dem Ländern stammen, in denen sie gedreht haben. Einzig die Qualität ihrer Werke sei entscheidend.

"Es gibt aber sicher die Tendenz, dass es viele europäische und amerikanische Filmemacher gibt, die mit guten Kulturfördergeldern trotzdem einigermaßen oberflächliche Filme machen, die vielleicht mehr Zeit aufgewendet haben, um das Dossier auszuarbeiten, als dann im Feld. Und es gibt viele Filme, wo man das Gefühl hat, da kommt jemand von außen und er kommt nicht nahe an diese Phänomene und diese Künstler und diese Leute heran. Ich würde es aber nicht verallgemeinern."

Um die Filme auch einem Publikum außerhalb von Bern präsentieren zu können, soll es einen Online-Stream geben. Auf diesem Weg möchte das Festival-Team auch Publikums-Reaktionen aus den Ländern erhalten, in denen die Filme spielen.

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