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Kompressor | Beitrag vom 02.10.2018

Filme über die DDR Ostdeutschland in blass bis vollgerümpelt

Von Matthias Dell

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Zwei Männer in altmodischer Kleidung stehen an einem Tisch und schauen verwirrt. (Peter Hartwig / Pandora Film)
Eine Szene aus Andreas Dresens "Gundermann" (Peter Hartwig / Pandora Film)

Zum Tag der Deutschen Einheit laufen auch in diesem Jahr wieder einige Filme an, die in der DDR spielen. Doch nicht allen Streifen glückt ihr erzählerisches Unterfangen, moniert unser Filmkritiker Matthias Dell.

Der 3. Oktober ist beliebter Starttermin für Filme, die etwas mit der DDR zu tun haben. Aber wie sieht die DDR in diesen Filmen aus – empfehlen sie sich sich als historischer Inneneinrichtungskatalog? Eine kleine Übersicht.

Symbolisch aufgeladene Kunst-Esoterik

"Werk ohne Autor" ist die von Florian Henckel von Donnersmarck kunst-esoterisch überwölbte Gerhard-Richter-Geschichte und spielt in gleich drei historischen Abschnitten – der NS-Zeit, der DDR und der alten BRD. Die Ausstattung ist entsprechend offen und flexibel, für die DDR-Zeit müssen mitunter zwar historisch treffende, doch einige wenige Gegenstände herhalten. Die müssen im Bild dann aber so viel symbolisieren, dass sie sich unangenehm in den Vordergrund drängen.

Dabei war Donnersmarcks "Das Leben der Anderen" in den Nullerjahren wohl auch deshalb so erfolgreich, weil die DDR darin sehr schick rüberkam: modernistische Plattenbauten, knarzige Altbauwohnungen und entsättigte Farbtöne – so war die DDR ästhetisch anschlussfähig an einen globalen Retro-Style.

Ein Flucht im Ballon

In "Ballon" erzählt Bully Herbig eine Fluchtgeschichte mit Heißluftballon als Thriller. Die DDR wirkt hier wie ein Museum, die Familien, von denen der Film erzählt, leben nicht in ihren Wohnungen, sondern scheinen dort eben nur für die Zeit der Dreharbeiten zu Gast. 

DDR wird markiert durch Tapeten, Standardbilder und Geschirr-Service – aber gerade das macht das Szenenbild so blutleer.

Intensiver "Gundermann"

Anders ist das in "Gundermann", der Geschichte des Liedermachers, der ein großer Nonkonformist war und trotzdem bei der Stasi. Der Film von Andreas Dresen ist schon im September gestartet und ziemlich erfolgreich, 250.000 Besuche bislang. Was auch damit zu tun haben könnte, dass die DDR, das Hoyerswerda der Siebziger- und Achtziger-Jahre, hier so beiläufig lebendig erscheint – weil etwa die Küche oder das Arbeitszimmer Gundermanns so angenehm gefüllt ist.

Und das macht den Eindruck von damals intensiv, auch wenn vielleicht gar nicht jedes Einrichtungselement historisch richtig ist. Aber auch DDR-Bürger konnten Westsachen haben – ein Umstand, der einen heute beim Filmegucken zuerst vielleicht irritieren würde.

Fazit

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