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Fazit / Archiv | Beitrag vom 25.07.2016

Festspiel-Auftakt in BayreuthKann Laufenbergs "Parsifal" punkten?

Jürgen Liebing und Jörn Florian Fuchs im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Parsifal-Probe: Klaus Florian Vogt (Parsifal, M), Anna Siminska, Katharina Persicke, Mareike Morr, Alexandra Steiner, Bele Kumberger, Ingeborg Gillebo (Klingsors Zaubermädchen) (picture alliance / dpa / Festspiele Bayreuth /  Enrico Nawrath)
Schafft die Neuinszenierung des "Parsifal" es, die Kritiker zu überzeugen? (picture alliance / dpa / Festspiele Bayreuth / Enrico Nawrath)

Auftakt der Bayreuther Festspiele mit der Premiere des "Parsifal": Nur wenige Wochen zuvor war der Dirigent ausgetauscht worden, auch der Regisseur sollte ursprünglich ein anderer sein. Konnte die Inszenierung trotzdem überzeugen?

Die Bayreuther Festspiele sind bekannt für ihre Skandale. Die Inszenierung des "Parsifal" war gleich von zwei Personaldebatten begleitet. Zum einen wurde Regisseur Jonathan Meese schon vor längerer Zeit gefeuert. Zum anderen trat vor vier Wochen überraschend Dirigent Andris Nelsons zurück. Das Publikum sieht daher eine Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg mit Harmut Haenchen als Orchesterleiter.

Vor der Inszenierung gab es das Gerücht, Laufenbergs "Parsifal" könne islamkritisch sein. Festivalleiterin Katharina Wagner wies die Spekulationen zurück und forderte alle auf, sich das Stück erst einmal anzusehen.

Neuenfels: Wagner kann das Niveau nicht halten

Regisseur Hans Neuenfels hatte zuvor auf Deutschlandradio Kultur die Festspiele kritisiert. Neuenfels sprach im Zusammenhang mit der Festspielleitung von "Unfähigkeit", "Präpotenz" und "Privatismen". Das sei schade für einen "so kostbaren Ort wie Bayreuth".

Besonders griff Neuenfels Katharina Wagner an: Sie schaffe es scheinbar nicht, Bayreuth auf dem Niveau zu halten, das man erwarten müsse. Es gebe inzwischen viele Wagner-Aufführungen an anderen Orten, die besser seien als die in Bayreuth.

Bayreuther Festspiele überschattet von Attentaten und Amoklauf

Die Bayreuther Festspiele dauern bis zum 28. August. Wagners letzte Oper "Parsifal" ist die einzige Neuinszenierung dieses Jahr. Der Komponist hatte sie speziell für das Festspielhaus geschrieben und wollte sie nur dort aufgeführt sehen. 

Überschattet wurde der Auftakt von den Bluttaten der vergangenen Tage. Auf dem Bühnenvorhang vor Beginn der Parsifal-Aufführung stand die Aufschrift: "Die Bayreuther Festspiele widmen die heutige Aufführung allen Opfern der Gewalttaten der vergangenen Tage und ihren Angehörigen." Zahlreiche Polizisten patrouillierten am Festspielhaus, Taschen von Besuchern und Zaungästen wurden kontrolliert, der rote Teppich für die Prominenz gestrichen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer hatte den traditionellen Staatsempfang nach der Aufführung abgesagt.

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