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Sonntagmorgen | Beitrag vom 14.07.2019

FerienSommer, Sonne, Liegestuhl-Depression

Von Oliver Schwesig

Eine Frau sonnt sich in einem Liegestuhl am Springbrunnen des Museum Kunstpalast in Düsseldorf  (picture alliance / dpa / Martin Gerten)
Im Urlaub haben wir haben vor allem eins im Kopf: Erholung. Das ist aber gar nicht so einfach zu erreichen. (picture alliance / dpa / Martin Gerten)

Die schönste Zeit des Jahres ist ohne Frage der Urlaub. Doch mit der Anwesenheit von Ferien ist noch lange keine Erholung garantiert. Entspannen muss man lernen.

Weiße Strände in der Karibik für den einen, die norwegischen Fjorde für den anderen – oder einfach nur der eigene Balkon. Die schönsten Urlaubsziele definiert jeder individuell. Aber egal wohin es geht, wir haben vor allem immer eins im Kopf: Erholung. Eine Zeit zumal, in der wir Dinge tun wollen, die wir sonst nicht tun können, nämlich tagelang ausnahmslos schöne Dinge. Wandern, spazieren gehen, fremde Orte erkunden, Kultur und Landschaft genießen und ja, eben nicht arbeiten.

Relaxen will gelernt sein

Dumm nur, dass die pure Anwesenheit des Urlaubs noch lange nicht automatisch Erholung bedeutet. Früher völlig normal, aber wie schwer haben wir es inzwischen, das Handy mal zwei Wochen nicht anzurühren. Gerade Selbstständige haben es im Urlaub besonders schwer, das Handy abzuschalten. Wer guckt da nicht noch mal ab und zu in die beruflichen Mails, oder führt das eine oder andere geschäftliche Telefonat? Und ist der Urlaub dann da, muss die Erholung erzwungen werden – und es klappt nicht. Man kommt nicht zur Ruhe. Liegestuhl-Depression nennen das Psychologen. Nach dem Urlaub, ereilt einen der nächste Stress: das Post Holiday Syndrome. Es beschreibt, dass viele von uns nur schwer ins Arbeitsleben zurück finden. Man ist erschöpfter, als vor dem Urlaub.

Nichtstun – ohne Scham

Was tun also? Erholung muss der moderne Mensch lernen. Gewohnte Dinge aus dem Alltag, wie Handy, E-Mails und Computer ganz bewusst liegen lassen. Auch gilt es, Erwartungen an den Urlaub runterzuschrauben: Was genügt mir, um vollständig loszulassen? Was ist für mich persönlich erholsam? Manchem reicht da tatsächlich nur ein Ferienhäuschen und zwei Wochen Nichtstun. Ohne Scham.

Muss der Urlaub vollgepackt werden mit Aktivitäten? Muss es ein exotischer, womöglich viel zu teurer Trip in den indischen Ozean mit stressigem Flug und Zeitverschiebung sein? Vielleicht genügt eine Wochenreise in Europa und eine zweite Woche, in denen man ganz bewusst das Nichtstun in den eigenen vier Wänden genießt. Eine Sendung mit Urlaubssongs, die uns auf die schönste Zeit des Jahres einstimmen sollen. In diesem Sinne: Erholsamen Urlaub!

Rätsel

Die Ferien sind unser Thema und wir hörten einen amüsanten deutschen Musiker, der vor allem durch seine Nonsens-Texte und Nonsens-Videos im Gedächtnis ist. In Wirklichkeit ist er aber ein veritabler Jazzer. Wen suchen wir?

 
Auflösung: Helge Schneider

Der Entertainer und Musiker Helge Schneider (dpa/Uwe Anspach)Der Entertainer und Musiker Helge Schneider (dpa/Uwe Anspach)

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