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Lesart / Archiv | Beitrag vom 14.03.2017

Felix Lobrechts Debütroman "Sonne und Beton"Aufgewachsen als blonder Deutscher in Berlin-Neukölln

Felix Lobrecht im Gespräch mit Frank Meyer

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Der Autor Felix Lobrecht im Studio von Deutschlandradio Kultur. (Deutschlandradio / Manuel Czauderna)
Felix Lobrecht schrieb mit "Sonne und Beton" seinen ersten Roman. (Deutschlandradio / Manuel Czauderna)

Das Setting von Felix Lobrechts erstem Roman ist eine raue Ecke Berlins: Das Neuköllner Hochhausviertel Gropiusstadt. Der Autor ist dort aufgewachsen, und weiß, was man dort als blonder Deutscher zu erwarten hat.

Die Protagonisten in Felix Lobrechts erstem Roman "Sonne und Beton" sind eine Clique 16-Jähriger in der Berliner Gropiusstadt - ein Hochhausviertel im Stadtteil Neukölln. Der Ich-Erzähler Lukas sei ein eher nachdenklicher, zurückhaltender Typ, so beschreibt ihn Autor und Comedian Lobrecht im Interview mit Deutschlandradio Kultur. "Der aber trotzdem verstanden hat, wie der Hase läuft auf der Straße."

Sein Freund Julius sei das komplette Gegenteil: "Ein lauter, kopfloser Typ, der einfach so drauf los quatscht, dem man in jedem seiner Sätze anmerkt, dass er einfach nur Komplexe hat, dass er deutsch ist in einer Gegend, in der Deutsche in der Minderheit sind."

Blonde Deutsche gelten schnell als Opfer

Lobrecht ist mit zwei Geschwistern bei seinem alleinerziehenden Vater in Berlin-Neukölln aufgewachsen. Als Deutscher gelte man in so einer Gegend schnell als Opfer, so Lobrecht. "Es ist offensichtlich, welcher Mechanismus dahinter steckt. In einer Gegend, in der blonde Deutsche in der Minderheit sind, kriegen die natürlich eher auf die Schnauze, weil Minderheiten immer diskriminiert werden in irgendeiner Form."

Dieser Mechanismus zeige sich auch an Lukas‘ Freund Sanchez, zur Hälfte Kubaner und aus Berlin-Hellersdorf nach Neukölln gezogen. "Sanchez erzählt in einer Szene aus seiner Jugend in Hellersdorf, als Schwarzer unter Deutschen, wo er genauso deswegen diskriminiert wird", sagt der Autor.

Nicht autobiographisch, aber nah dran an der Realität

Das Buch sei nicht autobiografisch, betont Lobrecht, enthalte aber viele wahre Elemente. Dinge, die ihm selbst passiert seien oder von denen er gehört habe. "Ich bin nicht Lukas, aber ich erkenne mich in vielen Akteuren des Buches in irgendeiner Form wieder."

Besonders wichtig sei ihm die Sprache gewesen. "Das ist der Slang mit dem ich aufgewachsen bin." Auf den Hinweis, dass die Gegend in dem Buch nicht gut wegkomme, erwidert Lobrecht: "Sie kommt nicht gut weg, aber sie kommt auch nicht schlecht weg, sie kommt im Wesentlichen so weg, wie wir sie damals erlebt haben."

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