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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 12.12.2018

Felix FinkbeinerMit Bäumen die Welt retten

Felix Finkbeiner im Gespräch mit Klaus Pokatzky

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Felix Finkbeiner, der Initiator der Umweltschutzorganisation "Plant for the Planet", posiert in Uffing am Staffelsee neben einem jungen Baum. (dpa / picture alliance / Tobias Hase)
Felix Finkbeiner, der Initiator der Umweltschutzorganisation "Plant for the Planet", posiert in Uffing am Staffelsee neben einem jungen Baum. (dpa / picture alliance / Tobias Hase)

Wenn die Erwachsenen nichts tun, müssen die Kinder das Klima retten. Das sagte sich Felix Finkbeiner, als er neun Jahre alt war. Er hielt eine Rede vor der UNO und animiert weltweit Kinder zum Bäume pflanzen: 1000 Milliarden sind das Ziel.

Ein Referat zum Klimawandel in der vierten Klasse öffnete Felix Finkbeiner die Augen für ein Problem, das ihn seither täglich beschäftigt hat. Finkbeiner beschloss, etwas gegen die Erderwärmung zu tun - und stieß auf eine Initiative mit dem Namen "Plant-For-The-Planet", die die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai gegründet hat.

Die Idee ist simpel, aber wirkungsvoll. Gegen den Klimawandel helfen Bäume - je mehr, desto besser: "Bäume sind die einzige Maschinen, die wir kennen, die Kohlendioxid aus der Luft herausholen können. Jeder Baum bindet zehn Kilogramm CO2", berichtet Finkheimer, der als Kind einen Ableger der Initiative gründete. Die Organisation hat sich zum Ziel gesetzt hat, 1000 Milliarden Bäume für das Klima zu pflanzen.

Bäume pflanzen verschafft uns Zeit

"Wir haben etwa 3.000 Milliarden Bäume auf der Welt," sagt Finkbeiner. "Wir könnten den weltweiten Baumbestand um ein Drittel erhöhen, also um 1.000 Milliarden Bäume. Die könnten etwa ein Viertel des menschengemachten CO2 aufnehmen. Das löst die Klimakrise nicht, verschafft uns aber Zeit."

Der junge Felix setzte auf Gleichaltrige als Aktivisten. Seine Idee: In jedem Land der Welt sollten Kinder eine Millionen Bäume pflanzen.

"Mein Vater hat uns als Mitglied des Club of Rome, wenn er Vorträge hielt, gern mitgenommen, so dass ich als Jugendlicher schon einiges über Globalisierung und die weltweite Umweltzerstörung wusste", erzählte er im Deutschlandfunk Kultur.

Rede vor der UNO mit 13 Jahren

Mit 13 Jahren trat Felix Finkbeiner das erste Mal vor der UNO-Hauptversammlung auf – seine Rede hielt er frei und in fließendem Englisch. Inzwischen werden an sogenannten Akademien weltweit Kinder zu Klimabotschaftern ausgebildet, um die Idee immer weiter zu tragen.

"Afrika hat das höchste Potential für die Aufforstung. Jeder Baum, der dort gepflanzt wird, wirkt sich auch hier auf das Klima günstig aus."

Anlegen eines Kiefern-Forstes im unwegsamen Bergland nahe Cata-Village im ehemaligen Homeland Ciskei, Eastern Cape, Südafrika. (picture alliance / imageBROKER / Florian Kopp )Anlegen eines Kiefern-Forstes im unwegsamen Bergland nahe Cata-Village im ehemaligen Homeland Ciskei, Eastern Cape, Südafrika. (picture alliance / imageBROKER / Florian Kopp )

Die Plant-for-the-Planet-Foundation ist inzwischen in die Hauptverantwortung von Vater und Sohn Finkbeiner übergegangen. Projekte wie ein eigenes Schokoladen-Label kamen hinzu, die Zahl der gepflanzten Bäume hat die 15 Millionen-Marke weit überschritten.

Mit einem Studienabschluss aus London in der Tasche hat es Felix Finkbeiner nach Zürich verschlagen. Der heute 21-Jährige promoviert dort: "Ich glaube aber nicht, dass ich Professor werde," sagt er. "Langfristig könnte ich mir vorstellen, in die deutsche Politik einzusteigen."

Mindestens die Hälfte seiner Zeit widmet er weiter Plant-For-The-Planet. Aber er hat auch noch andere Projekte und Ideen: "Mein Wunsch wäre, dass junge Menschen, die wählen wollen, ein Wahlrecht beantragen können, auch wenn sie erst 14 oder 16 sind."

(ab)

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