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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.03.2018

Fächerflossen-SeeteufelSpektakuläre Entdeckung in der Tiefsee

Joachim Jakobsen im Gespräch mit Ute Welty

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Fächerflossen-Seeteufel in 800 Meter Tiefe. (Foto: Rebikoff-Stiftung)
Ein seltenes Exemplar: der Fächerflossen-Seeteufel, zum ersten Mal in seinem Lebensraum beobachtet und dokumentiert. (Foto: Rebikoff-Stiftung)

Schön ist er nicht, aber selten: der Fächerflossen-Seeteufel, ein Fisch aus der Familie der Tiefsee-Anglerfische. Die Tierfilmer Joachim und Kirsten Jakobsen haben jetzt zum ersten Mal überhaupt zwei Exemplare vor die Kamera bekommen.

Sie seien mit ihrem Forschungs-U-Boot in 800 Meter Tiefe südlich der Azoren-Insel São Jorge unterwegs gewesen, als ihnen plötzlich ein etwa 16 Zentimeter großer Fisch aufgefallen sei, berichtet Joachim Jakobsen von der Entdeckung. Sie seien ganz langsam herangefahren, um den Fisch zu dokumentieren: "Und im Laufe der Aufnahmen haben wir dann gesehen, er hat ein anderes, kleines Fischchen unter dem Bauch. Und da ist uns dann aufgegangen: Ja, das muss der Anglerfisch sein mit einem Zwergmännchen dran." 

Sogar den Blutkreislauf teilen sich die Partner

Denn bei den Fächerflossen-Seeteufeln funktioniert die Paarung so, dass beide Tiere gewissermaßen verschmelzen:

"Das kleine Männchen hat die anspruchsvolle Aufgabe, in seiner Jugendzeit diesen großen, großen Ozean zu durchschwimmen auf der Suche nach seinem Weibchen, und wenn er es dann gefunden hat, beißt er sich an ihrem Bauch fest, die beiden wachsen zusammen", erklärt der Leiter der Rebikoff-Stiftung, die Tiefwasser-Lebewesen erforscht und dokumentiert. "Die teilen sich dann sogar den Blutkreislauf. Sie versorgt ihn mit Lebensmitteln, kann man so sagen, er versorgt sie mit Spermien."

Eine Schönheit sei der Fächerflossenseeteufel nicht, räumt Jakobsen ein. "Aber mittlerweile - wir lieben ihn." Auf jeden Fall ist das Tier äußerst selten: Nur wenige tote Exemplare gibt es weltweit in naturhistorischen Sammlungen.

(uko)

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