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Kulturnachrichten

Mittwoch, 23. Juli 2014

Ex-Bundesverfassungsrichter Steinberger gestorben

Wie heute bekannt wurde starb Helmut Steinberger bereits am 6. Juli im Alter von 82 Jahren

Steinberger gehörte dem Zweiten Senat von 1975 bis 1987 an und befasste sich unter anderem mit Fragen des Europarechts, des Völkerrechts und des Ausländerrechts. Von 1987 bis 1997 war er einer der Direktoren des Max-Planck-Instituts für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Im Juni 2001 wurde Steinberger zum Vizepräsidenten des Schiedsgerichtshofs der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Genf gewählt. Er war seit 1987 Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Heidegger-Briefe gehen nach Marbach

Literaturarchiv erhält 70 Briefe aus Familienbesitz

Die Familie Martin Heideggers hat Briefe an das Literaturarchiv übergeben, die dieser als junger Mann an seine Eltern geschrieben hatte, bevor er 1927 "Sein und Zeit" verfasst hat. "Sie zeigen viel zu seiner Bildungsgeschichte und zu seinen familiären Verhältnissen" sagte Ulrich von Bülow vom Literaturarchiv auf unsere Nachfrage. Und man erfahre einiges aus den Heidegger-Briefen über das katholische Allgäu: "Die Enge der Welt in Messkirch wird deutlich, wenn es darum geht, dass er ein Mädchen heiraten möchte, das protestantisch ist und er sich gegen die Widerstände der Familie durchsetzen muss."

Jüdische Gemeinde in Deutschland erfährt Welle der Solidarität

Nach den jüngsten antisemitischen Vorfällen sicherte Bundespräsident Joachim Gauck dem Zentralrat der Juden in einem Telefonat seine Unterstützung zu

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte die Angriffe auf das Schärfste. Gauck sagte nach seinem Telefonat mit Graumann: "Ich möchte alle Deutschen und alle Menschen, die hier leben, auffordern, immer dann ihre Stimme zu erheben, wenn es einen neuen Antisemitismus gibt, der sich auf den Straßen brüstet." Er habe sich bei Graumann über die Sorgen in den jüdischen Gemeinden informiert. "Für uns ist das eine Freude, dass es jüdische Gemeinden gibt", fügte der Präsident hinzu. "Diese Menschen sollen hier in Sicherheit leben. Und sie leben in Sicherheit."

In mehreren Städten, darunter Berlin, Frankfurt und Essen, hatte es in den vergangenen Tagen Kundgebungen gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen gegeben. Dabei waren auch judenfeindliche Sprechchöre wie "Jude, Jude, feiges Schwein" und Parolen wie "Kindermörder Israel" zu hören.

Stuttgarter Museum gibt "hitzefrei"

Ein Herz für Hitzegeplagte zeigt das württembergische Landesmuseum in Stuttgart im Monat August

Sagt der Wetterbericht Tagestemperaturen von 25 Grad und mehr voraus, gilt im Museum im Alten Schloss freier Eintritt. Wer sich absichern will, findet auf der Internetseite des Landesmuseums an den entsprechenden Tagen den Hinweis "heute hitzefrei". Zu sehen ist derzeit unter anderem die Schausammlung "LegendäreMeisterWerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg", die durch 80.000 Jahre Geschichte des Landes führt. Die Ausstellungsräume sind klimatisiert.

Orchestervereinigung fordert Rücktritt von Dorgerloh

Der Kultusminister von Sachsen-Anhalt solle die Konsequenzen ziehen und für seine sachlich wie menschlich völlig verfehlte Kulturpolitik zurücktreten, sagte der Vize-Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung, Andreas Masopust, heute in Berlin

Besonders kritisierte er Äußerungen Dorgerlohs, wonach Diskussionen um die Theater immer ein groß inszenierter Prozess seien. An diesem Donnerstag soll der letzte von neun Theaterverträgen in Sachsen-Anhalt für die Förderung der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle unterzeichnet werden. Der jährliche Landeszuschuss sinkt dort von rund zwölf auf neun Millionen Euro.

Plakatausstellung auf Litfaßsäulen

Arbeiten des Künstler Klaus Staeck in Berlin

Politische Motive des bedeutendsten deutschen
Plakatkünstlers Klaus Staeck sind ab 7. August in den Straßen Berlins zu sehen. Zehn Motive aus dem Schaffen Staecks werden an insgesamt 300 Litfaßsäulen hängen, die mit Hilfe eines Stadtplans zu finden sein werden. Die Motive für die Ausstellung "Klaus Staeck. Die Kunst findet nicht im Saale
statt" sind eine Auswahl aus Staecks Arbeiten seit den 1970er Jahren. Staeck wurde 1938 in Sachsen geboren und flüchtete 1956 in den Westen. Seit 2006 ist er Präsident der Akademie der Künste in Berlin.

Technoseum erhält Sammlung zur Rundfunkgeschichte

Älteste Objekte sind 100 Jahre alt

Das Mannheimer Landesmuseum für Technik wird künftig eine der größten europäischen Sammlungen zur Rundfunkgeschichte haben. Es übernimmt Objekte aus den Archivbeständen des Südwestrundfunks (SWR) und des Deutschen
Rundfunkarchivs (DRA), darunter 5 800 Objekte wie Kameras, Aufnahmegeräte, Rundfunkempfänger oder Fernseher. Auch ein komplettes Rundfunkstudio aus den 1960er geht in den Bestand ein "inklusive aller Leuchten und dem Originalteppichboden", so
Technoseum-Sprecherin Marit Teerling. Viele der Gegenstände der Übertragungs- und Sendetechnik gehörten zum Bestand des DDR-Rundfunkstaatsunternehmens DEFA.

George Packer: "Amerikanischer Gesellschaftsvertrag ist zerschmettert"

US-Autor ist von seiner Heimat desillusioniert

George Packer, renommierter Journalist, sieht die USA in einer tiefen wirtschaftlichen, sozialen und geistig-moralischen Krise. In seinem neuen Sachbuch "Die Abwicklung", das morgen auf Deutsch erscheint, beschreibt er am Beispiel verschiedener - real existierender - Protagonisten, warum "die USA kein Team mehr sind". In den USA ist es ein Bestseller, Packer bekam dafür den National Book Award.

Der Gesellschaftsvertrag sei zerschmettert, sagte Packer im Deutschlandradio Kultur. "Früher gab es eine Art stillschweigende Verabredung: solange man sich an die Regeln hält und das Spiel mitspielt, wird man seinen Platz in dieser Gesellschaft finden", so Packer, in den letzten 30 Jahren habe sich das aber geändert.

Die amerikanische Gesellschaft sei heute besessen von einem Kult um Prominenz und Geld, konstatiert der Journalist. Es herrsche eine Kluft zwischen Prominenten, die wie Götter im Olymp thronen, und den einfachen Menschen. Dabei seien es gerade die kleinen Leute, die mit Zuversicht und Anpassungsfähigkeit daran arbeiten, die Verhältnisse zu verbessern.

Beuys-Witwe entsetzt über Fetteckenschnaps

Eva Beuys, die Witwe des Künstlers Joseph Beuys, hat die Verarbeitung der berühmten "Fettecken"-Kunst ihres Mannes zu Schnaps als "unglaubliche Unverschämtheit" verurteilt

"Das Urheberpersönlichkeitsrecht meines Mannes wurde in gemeiner Weise verletzt", sagte Beuys der heutigen Ausgabe der "Bild".

Die Künstler Markus Löffler, Andree Korpys und Dieter Schmal hatten am Wochenende im Museum Kunstpalast in Düsseldorf aus den über 30 Jahre alten Margarineresten mit einer Apothekerdestille erst 80-prozentigen Alkohol gebrannt und diesen dann zu etwa vier Litern 50-prozentigem Schnaps verdünnt.

Die Rest-Fettecke hatte der Beuys-Schüler Johannes Stüttgen zur Verfügung gestellt. Darüber war Eva Beuys besonders erbost: "Er wollte diese Fettecke unbedingt haben, hat sich von mir in einem Schriftstück bestätigen lassen, dass es ein Original und ein Kunstwerk ist. Diese beschädigte Fettecke wurde sogar in Ausstellungen auf einem ihm von mir geschenkten Bildhauerholzblock gezeigt. Und nun hat er aus dem Werk eine Farce gemacht, gegen die mein Mann sich nicht mehr wehren kann." Sie habe aber keine Lust, vor Gericht zu ziehen: "Das sind dumme, unfein empfindende Menschen."

Bregenzer Festspiele eröffnet

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer würdigte bei der Eröffnung den nach elf Jahren scheidenden Intendanten David Pountney

Der Brite habe "den Bregenzer Festspielen einen besonderen, unverwechselbaren Stempel aufgedrückt". Unter Pountney waren 24 Ur- und 21 Erstaufführungen entstanden. Im nächsten Jahr übernimmt die frühere Direktorin der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, Elisabeth Sobotka, die Leitung der Festspiele am Bodensee. Das Festival steht in diesem Jahr unter dem Motto "Wien zartbitter". Die Festspiele gehen bis zum 25. August. Mehr als 200 000 Besucher werden auf der Seebühne und anderen Spielstätten erwartet.

Lob für Blücherplatz als Standort für Zentralbibliothek

Nach dem Aus für einen Neubau auf dem Tempelhofer Feld hält der Vorstand der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Volker Heller, eine Ansiedlung am Blücherplatz in Kreuzberg für eine gute Option

Er möge den Standort der Amerika-Gedenkbibliothek sehr, sagte Heller der heutigen Ausgabe der "tageszeitung". Die Berliner und die Nutzer liebten ihn, fügte er hinzu.
"Man hätte eine wunderbare Zentralbibliothek, die die Stadt dort auch verdient hat", betonte Heller. Das mittlerweile geschlossene Kongresszentrum ICC hält er hingegen als Standort für "ungeeignet".

Mit Blick auf eine Entscheidung sagte Heller: "Ich gehe davon aus, dass die Planungen und Prüfungen bis zum Ende der Legislaturperiode auf einer entscheidungsfähigen Grundlage stehen und eine neue Regierung damit arbeiten könnte." Die Amerika-Gedenkbibliothek ist Teil der bisher auf mehrere Standorte verteilten Zentral- und Landesbibliothek.

Bewerbung um Welterbetitel: Hellerau muss nachbessern

Der Förderverein für ein Weltkulturerbe Hellerau nimmt neuen Anlauf bei der Aufnahme in die prominente Welterbe-Liste der Unesco

"Wir wollen spätestens in der nächsten Runde 2016 dabei sein", sagte Vorstand Fritz Straub am Dienstag in Dresden. Dafür soll die Gartenstadt, die als einzigartiges Ensemble gilt, überregional bekannter werden. Im ersten Anlauf war die Bewerbung als "Laboratorium einer neuen Menschheit" nur bis zum Fachbeirat gekommen, der die Vorschläge der Länder begutachtete. 2012 hatte Sachsen Hellerau als Nummer 1 ins Rennen geschickt.

Hellerau sei mehr als eine Werkssiedlung oder Gartenstadt, betonte Straub. Dieses Bild müsse korrigiert werden. "Hellerau ist in seiner Vielfältigkeit und Ausprägung in Deutschland nur ganz wenig bekannt." Reserven sieht Straub auch im Vergleich mit anderen Bundesländern in der Politik: Freistaat Sachsen und Stadt Dresden müssten die Hellerauer Initiative stärker unterstützen, meinte er.

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