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Interview | Beitrag vom 18.07.2019

Ex-Astronaut über die erste Mondlandung"Wir wussten alle, das ist saugefährlich"

Moderation: Ute Welty

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Mondoberfläche: Der US-Astronaut Buzz Aldrin entfaltet auf der Mondoberfläche das "Solar Wind Composition Experiment".  ( Neil Armstrong/Apollo 11/Nasa/Image scanned by Kipp Teague/dpa )
Mondoberfläche: Der US-Astronaut Buzz Aldrin entfaltet auf der Mondoberfläche das "Solar Wind Composition Experiment" ( Neil Armstrong/Apollo 11/Nasa/Image scanned by Kipp Teague/dpa )

Ulrich Walter war der fünfte Deutsche im All. Der Physiker und ehemalige Astronaut freut sich auf aufblasbare Hotels im Weltraum - und erinnert an die Spannung und den Zukunftsglauben in den 60er- und 70er-Jahren: "Damals liebten alle Technik."

Ulrich Hans Walter war 15 Jahre alt, als Neil Armstrong seinen Fuß auf den Mond setzte. Wie viele andere war auch er fasziniert - doch selbst Austronaut sein zu wollen, kam ihm nicht in dem Sinn: "Das waren doch die Amerikaner, die waren ganz weit weg." Astronaut zu werden wäre eine "außerirdische Idee" gewesen, sagt Walter. 1993 verbrachte er dann neun Tage im All. Walter war der fünfte Deutsche, der den Weltraum erkundete.

Die erste Mondlandung sei "saugefährlich" und kompliziert gewesen, urteilt der Physiker und Inhaber des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität München. Doch die Risiken standen einer enormen Begeisterung für Technik gegenüber:

"Damals liebten alle Technik. Alle freuten sich auf Zukunft. Alle glaubten von der Zukunft: Die wird besser für uns alle. Und diese Mondflüge zählten mit dazu."

Das Foto zeigt den Astronauten Ulrich Walter - er war der fünfte Deutsche im All. (dpa / dpa-Zentralbild / picture alliance / Kirsten Nijhof)Der Astronaut Ulrich Walter - er war der fünfte Deutsche im All. (dpa / dpa-Zentralbild / picture alliance / Kirsten Nijhof)

Viele Menschen träumten nach wie vor von der Eroberung des Weltraums, sagte Walter. "Wir Menschen können das. Und deswegen tun wir es." So wie Kolumbus Amerika entdeckt hat und "wir heute noch davon profitieren, so wird das auch mit der Raumfahrt sein", betonte er. Möglicherweise allerdings erst in einigen hundert Jahren.

Neben der Forschung ist Walter auch vom Sinn des Weltraum-Tourismus überzeugt. Es gebe bereits einen Unternehmer, der ein aufblasbares Hotel für das All gebaut habe, berichtete er - und Unternehmen wie Elon Musks "SpaceX", die Touristen ins All transportieren wollen. Wenn die sich zusammentäten und die Risiken minimiert würden, könne man viele Touristen ins All bringen:

"Dann freue ich mich sehr darauf, wenn viele Menschen den Anblick der Erde genießen können."

(ahe)


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