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Konzert / Archiv | Beitrag vom 17.11.2019

Eröffnung von Wien ModernVulkane und andere Musikinstrumente

Moderation: Volker Michael

Marin Alsop dirigiert das RSO Wien am 31. Oktober 2019 bei der Eröffnung von Wien Modern im Wiener Konzerthaus (Armin Bardel/ORF)
Marin Alsop dirigiert das RSO Wien am 31. Oktober 2019 bei der Eröffnung von Wien Modern im Wiener Konzerthaus (Armin Bardel/ORF)

Ums Wachsen und Gedeihen geht es im Eröffnungskonzert von Wien Modern. Das RSO Wien spielt unter Leitung seiner neuen Chefdirigentin Marin Alsop. Es gibt Klassiker der Moderne von Berio und Leifs und neue Werke von Clara Iannotta und Agata Zubel.

Das Festival Wien Modern ist eine der größten Neue-Musik-Veranstaltungen Europas. Mehr als einen Monat lang gibt es Konzerte und andere Aufführungen aller Arten. Damit zeigt sich die österreichische Hauptstadt einmal mehr als Musikmetropole. Dieses Jahr steht das Festival, das der Musiker und Musikmanager Bernhard Günther künstlerisch leitet, unter der Überschrift "Wachstum". Das Programm des Eröffnungskonzerts vom 31. Oktober mit dem RSO Wien und dem Vokalensemble "The Swingles" passt mit all seinen fünf Werken hervorragend zu diesem Motto.

Neue Chefdirigentin

Gleichzeitig stellt sich die neue Chefdirigentin des ORF-Radio-Sinfonieorchesters Wien, die US-Amerikanerin Marin Alsop, dem Wiener Publikum vor. Sie ist als Schülerin des legendären Leonard Bernstein gut vertraut mit allen Formen der Musik der Gegenwart. Die Werke dieses Auftaktkonzerts testen wahrlich ganz im Sinne des Festivals die Grenzen des Machbaren aus. Allen voran das Finalstück - der isländische Komponist Jón Leifs schrieb seine Tondichtung "Hekla" über den verheerenden Ausbruch dieses stets aktiven Vulkans. Dieses Werk wurde noch nie in Österreich gespielt, obwohl es schon fast sechzig Jahre alt ist.

Ironie und Klangschönheit

Das Vokaloktett The Swingles war äußerst gefordert und aktiv in der "Sinfonia" für acht Stimmen und Orchester von Luciano Berio, ebenfalls ein Klassiker der Moderne. Anders als Leifs gehört Berio aber zu den bekanntesten Komponisten der Avantgarde des 20. Jahrhunderts. Sein Sinn für Dramatik, Ironie und Klangschönheit offenbart sich in dieser fünfsätzigen "Sinfonia", die vor genau 50 Jahren entstanden ist.

Die Komponistin Agata Zubel und das RSO Wien am 31. Oktober 2019 bei der Eröffnung von Wien Modern im Wiener Konzerthaus (Armin Badel/ORF)Die Komponistin Agata Zubel und das RSO Wien am 31. Oktober 2019 bei der Eröffnung von Wien Modern im Wiener Konzerthaus (Armin Badel/ORF)

Von zwei erfolgreichen Komponistinnen der jüngeren Generation stammen die ersten beiden Werke des Abends. Die Römerin Clara Iannotta hat sich in ihrem Werk "Moult" (Häuten) mit ihren Lieblingstieren, den Spinnen, beschäftigt und einen klanglich-sinnlichen Rahmen geschaffen, um den ständigen Wachstums- und Häutungsprozess dieser Tiere erfahrbar werden zu lassen. Die Breslauerin Agata Zubel wiederum hat eine neue Feuerwerksmusik komponiert, um 100 Jahre Wiedererlangung der Unabhängigkeit Polens gehörig fröhlich feiern zu können. Dieses Werk entstand für das European Union Youth Orchestra, aber auch das Radio-Sinfonieorchester Wien war in der Lage, es richtig krachen zu lassen.

Wiener Konzerthaus
Aufzeichnung vom 31. Oktober 2019

Clara Iannotta
"Moult" für Kammerorchester

Agata Zubel
"Fireworks" für großes Symphonieorchester

Luciano Berio
"Sinfonia" für 8 Singstimmen und Orchester

Jón Leifs
"Hekla" für Orchester und Chor op. 52

The Swingles
ORF Radio-Symphonieorchester Wien
Leitung: Marin Alsop

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