Erinnerungen an Istanbul

Ein Porträt von Jörg Plath |
Eigentlich wollte Orhan Pamuk Maler werden. In dem halb autobiographischen, bisher nur ins Englische übersetzten Buch "Istanbul" erzählt der wohl bekannteste türkische Schriftsteller, der am 23.10. in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhalten wird, von Bildern seiner Heimatstadt – eigenen und fremden, alten und neuen, türkischen, osmanischen und westeuropäischen.
Es ist die Geschichte einer Identitätsfindung, nicht anders als alle seine Romane, in denen Pamuk mühelos Gegensätzliches zusammen zwingt: orientalische und moderne Erzählweisen, Motive aus Kriminal- und Bildungsromanen, Liebesgeschichten und Road Movies.

Ob "Das schwarze Buch", "Rot ist mein Name" oder zuletzt "Schnee" – alle diese Romane erzählen voller Fabulierlust von den gewaltigen Problemen der Türkei. Wer Orhan Pamuk noch entdecken kann, ist zu beneiden.