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Nachspiel / Archiv | Beitrag vom 10.07.2016

EM-FinaleSieben Gründe, warum Portugal Europameister werden muss

Von Günter Herkel

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Cristiano Ronaldo jubelt nach dem Sieg von Portugal im EM-Halbfinale gegen Wales. (dpa / picture alliance / Christian Charisius)
Cristiano Ronaldo jubelt - Portugal am Ende der EM auch? (dpa / picture alliance / Christian Charisius)

Das Finale der EM heute Abend in Saint-Denis kann nur Portugal gewinnen – dafür spricht das Gesetz der Serie. Ansonsten droht Europa der Pexit und Cristiano Ronaldos Debüt als Unterhosen-Model.

1. Allein politisch spricht einiges für einen Sieg Portugals: Die Portugiesen haben durch die EU gelitten wie kaum ein anderes europäisches Volk – sie verdienen den Pokal, schon als Kompensation für Massenarbeitslosigkeit und dauerkriselnde Wirtschaft. Auch die Menschen am Südwestzipfel Europas können schließlich auf die Dauer allein von Fado und Bacalao nicht satt werden. Im Falle einer Niederlage droht nach dem Brexit womöglich bald der Pexit. Das kann niemand ernsthaft wünschen.

2. Nicht zuletzt ist der Seleção sicher bewusst, welcher bedeutenden Tradition sie verpflichtet ist. Mehr als 500 Jahre nach den Großtaten eines Vasco da Gama könnte das Land endlich mal wieder Historisches leisten – zumindest im Reich des Fußballs.

3. Auch aus sportlichen Gründen dürfte der Finalsieg Portugals im Grunde unvermeidbar sein. Angstgegner Griechenland ist praktischerweise diesmal gar nicht erst angereist – beste Voraussetzungen also, zwölf Jahre danach endlich das Rehakles-Trauma von 2004 zu überwinden.

4. Nach dem Versagen der unvollendeten Generation um Baia, Rui Costa, Deco und Figo ist Portugal jetzt einfach mal dran. Nani, Pepe, Ronaldo und Co. dürften sich diese historische Chance kaum nehmen lassen.

5. Für Portugal spricht auch das Gesetz der Serie: Ein Team, das sich als Gruppendritter sieglos in die K.O.-Runde gemogelt und auch anschließend mit ästhetischem und kämpferischem Minimalaufwand bis ins Finale durchgewurschtelt hat, wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht ausgerechnet heute patzen.

6. Und auch Ronaldo-Hasser wie -Liebhaber dürften einem Sieg Portugals gleichermaßen entgegenfiebern: Seine Gegner, weil im Falle des Triumphs die Chance groß ist, dass der Mann aus Madeira auf diesem kaum noch zu toppenden Höhepunkt seiner Karriere zurücktritt. Seine Anhänger, weil CR7 nach einer Pleite vermutlich aus gekränkter Eitelkeit definitiv in die Herren-Dessous-Branche wechseln dürfte.

7. Gerade wir Deutschen haben überdies allen Grund, einen portugiesischen Turniersieg auf das Schärfste herbei zu wünschen: Schließlich haben die Franzosen uns, die Weltmeister, nur sehr, sehr glücklich besiegt. So viel Nachtreten muss erlaubt sein.

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