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Lange Nacht / Archiv | Beitrag vom 22.12.2018

Eine Lange Nacht über die Bach-SöhneGanz der Vater – und doch ganz anders

Von Ulrich Kahmann und Dennis Hopp

Ein Mann klappt eine Partitur auf und zeigt sie dem Fotografen. (imago/epd)
Auch Johann Sebastian Bachs Sohn Johann Christian schrieb Partituren – wie diese zu der Oper "Zanaida". (imago/epd)

Vier Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und von denen keiner den Vater verleugnen kann. Vier Karrieren, reich an Höhen, noch reicher an Tiefen. Die Lange Nacht folgt ihren Neigungen und Launen, ihren Vorlieben und Lieben und ihrer Musik.

Wer Johann Sebastian Bach zum Vater hat, wird reich beschenkt. Oder erblich belastet.

Vier seiner Söhne wurden ebenfalls Komponisten und haben selbst Musikgeschichte geschrieben. Doch allein schon diese Bezeichnung, oft nicht einmal mit Bindestrich: Bachsöhne. Die buchstäbliche Verkleinerung, die Definition der Söhne über den Vater provozieren geradezu die Notwendigkeit, jeweils ihre eigene Persönlichkeit zu finden.

Die Bach-Söhne: Vier Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein könnten und von denen doch keiner den Vater verleugnen kann. Vier Karrieren, reich an Höhen, noch reicher an Tiefen. Die Lange Nacht folgt ihren Neigungen und Launen, ihren Vorlieben und Lieben und ihrer Musik.

Johann Sebastian Bach, der Vater

Hier erfahren Sie mehr über das Leben und Werk des berühmten Barockmusikers, Violinisten, Organisten, Konzertmeisters, Komponisten, Hofkapellmeisters und Thomaskantors Johann Sebastian Bach.

Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln.

Zwar ist die Neue Bachgesellschaft mit ihren reichlich 100 Jahren bereits eine sehr alte Dame; doch von ihrem Namen her muss sie ständig neu sein.

Johann Sebastian Bach: Zu Lebzeiten wurde Bach als Virtuose, Organist und Orgelinspektor hoch geschätzt, allerdings waren seine Kompositionen nur einem relativ kleinen Kreis von Musikkennern bekannt. Nach Bachs Tod gerieten seine Werke jahrzehntelang in Vergessenheit und wurden kaum noch öffentlich aufgeführt. Nachdem die Komponisten der Wiener Klassik sich mit Teilen von Bachs Werk auseinanderzusetzen begannen, setzte mit der Wiederaufführung der Matthäuspassion unter Leitung von Felix Mendelssohn im Jahre 1829 die Bach-Renaissance in der breiten Öffentlichkeit ein. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gehören seine Werke weltweit zum festen Repertoire der klassischen Musik. Weiterlesen

Das Bachhaus in Eisenach 1907 eröffnete die Neue Bachgesellschaft das Bachhaus Eisenach als erstes Bach-Museum. Es erhielt den Auftrag "alles das zu sammeln und aufzubewahren, was Johann Sebastian Bach und sein Lebenswerk angeht". Heute ist das Bachhaus eines der größten Musikermuseen in Deutschland. In jeder Stunde gibt es ein kleines Konzert auf fünf barocken Tasteninstrumenten. Installationen wie das "Begehbare Musikstück" machen Bachs Musik zum Erlebnis.

Die vier Söhne von Johann Sebastian Bach

Wilhelm Friedemann – der geniale Einzelgänger. Er war der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs. Aus seinem Geburtsort Weimar kam er 1717 mit seiner Familie nach Köthen, wo er die Lateinschule besuchte. Ab Juni 1723 besuchte er die Leipziger Thomasschule, nahm 1727 in Merseburg Violinunterricht bei Johann Gottlieb Graun, wurde 1729 als Jurastudent an der Universität Leipzig immatrikuliert und studierte außer den Rechten auch Philosophie und Mathematik. Weiterlesen 

Carl Philipp Emanuel – der empfindsame Visionär. Carl Philipp Emanuel Bach wurde als zweiter überlebender Sohn Johann Sebastian Bachs und dessen erster Frau Maria Barbara geboren. 1731 begann er ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig. Neben eigenen frühen Kompositionen führte er dort Werke seines Vaters auf, darunter die Ouvertüre in D-Dur mit dem berühmten Air, die Kaffeekantate und das Cembalokonzert in d-Moll BWV 1052, in einem Arrangement, das wahrscheinlich von ihm selbst stammt (BWV 1052a). 1738 schloss er seine Studien ab, gab aber seine Pläne für eine Akademikerlaufbahn auf, um sich der Musik zu widmen. Weiterlesen.

Johann Christoph Friedrich – der Stille im Lande. Johann Christoph Friedrich Bachs Lebenslauf begann wie der seiner Brüder: Er erhielt eine Ausbildung an der Leipziger Thomasschule sowie musikalischen Unterricht durch seinen Vater. Wilhelm Friedemann Bach, der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs, hielt (nach der Aussage von Nikolaus Forkel) den Halbbruder für den "stärksten Spieler" unter den vier Brüdern, der "seines Vaters Claviercompositionen am fertigsten vorgetragen" habe. Mit siebzehn Jahren begann Friedrich ein Jurastudium an der Leipziger Universität, brach dieses aber bald darauf, noch vor dem Tod des Vaters, wieder ab und folgte um die Jahreswende 1749/50 als gerade Achtzehnjähriger dem Ruf, als "Hochgräflich Schaumburg-Lippischer Cammer-Musicus" am Hof in Bückeburg in Dienste zu treten. Weiterlesen und Auf den Spuren des Bückeburger Bach.

Johann Christian – der galante Star, der Mailänder oder Londoner Bach, war ein Komponist der Vorklassik aus der Familie Bach. Er wurde als verkanntes Genie und als "Vater und Erfinder" der Wiener Klassik bezeichnet.Er hatte großen Einfluss speziell auf den Stil des jungen Mozart. Weiterlesen

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