Dokumentarfilm "Eine deutsche Partei"

Ein Blick hinter die Kulissen der AfD

06:08 Minuten
Georg Pazderski, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, im schwarzen Jacket und weißen Hemd mit den Händen in den Hosentaschen vor einem Berlin-Bild
Georg Pazderski, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, ist im Dokumentarfilm "Eine deutsche Partei" bei einer internen Besprechung zu sehen. © Spicefilm
Von Patrick Wellinski · 16.06.2022
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In seinem Dokumentarfilm "Eine deutsche Partei" zeigt Simon Brückner eine unkommentierte Innenansicht der AfD. Das habe zwar seine moralischen Fallstricke, sagt unser Kritiker. Doch Brückner gelinge es, vor allem den Mittelbau der Partei zu sezieren.

Worum geht es?

Zwei Jahre lang hat der Dokumentarfilmer Simon Brückner die AfD beobachtet. Dabei gelang es ihm vor allem hinter die Kulissen der Partei zu blicken.
Er betrachtet Fraktionssitzungen, Wahlkundgebungen und ist bei Streitigkeiten und Diskussionen von führenden Mitgliedern dabei, genauso wie bei Beratungen der Basis. Daraus entwickelt Brückner eine Innenansicht der AfD, unkommentiert und ohne Interviews.

Was ist das Besondere?

Neben den dann doch recht bekannten Bildern von AfD-Mitgliedern bei Anti-Corona-Demonstrationen, wird der Film immer dann interessant, wenn sie das Bild einer sehr verunsicherten Bewegung zeichnet. Immer wieder steht die Beobachtung gewisser Parteiorgane durch den Verfassungsschutz im Mittelpunkt der Diskussionen der AfD-Mitglieder.

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Das Resultat sind Einblicke in Richtungsstreitereien und auch ein erstaunliches Unwissen vieler Mitglieder, die sich als „moderat“ bezeichnen, über das politische Handeln der Parteiflügel und der Jugendorganisation.

Bewertung

Auch wenn die Entscheidung, einen gänzlich unkommentierten Einblick in die Funktionsweise der AfD zu produzieren, sicherlich ihre moralischen Fallstricke hat, gelingt es Simon Brückner mit seinem Projekt, vor allem den Mittelbau der Partei zu sezieren.
Damit legt er den Blick frei auf eine heterogene Bewegung, die sich im ständigen Konflikt mit sich selbst und den unterschiedlichen Zielen und Interessen aller Mitglieder befindet.

Eine deutsche Partei
110 Minuten, Deutschland 2022
Kino-Dokumentarfilm
Regisseur: Simon Brückner

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