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Die besondere Aufnahme / Archiv | Beitrag vom 30.11.2019

Dlf-Kultur-Produktion: Ina Kancheva in Kammeroper von Robert HazonMadame Landru - Männer verschlingende Diva

Moderation: Stefan Lang

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Die Sängerin schaut divenhaft über ihren Fächer hinweg in die Kamera. (Ina Kancheva / Nelly Gavrilova)
Ina Kancheva verfügt über einen dramatischen Koloratursopran. (Ina Kancheva / Nelly Gavrilova)

Die Sopranistin Ina Kancheva ist in der unbekannten Kammeroper "Madame Landru" von Roberto Hazon zu hören. Zweite Produktion des Abends: Werke von Michail Ippolitov-Iwanow zu vier Händen mit Maria Ivanova und Alexander Zagarinskiy.

Madame Landrou. Diese Figur ist eine überemanzipierte Frau in einer Kammeroper in einem Akt für Sopran und zwei Klaviere, komponiert von Roberto Hazon, nach einem Libretto von Ida Hazon Vallardi. Diese blutige Geschichte entstand 1962, uraufgeführt im Teatro Lirico de Palma die Mallorca uraufgeführt.

Das Werk ist musikalisch von Puccini durchtränkt, im Sinne von Kurt Weill aufgeladen. Dabei bleibt es immer operettenhaft, gewürzt mit einer ordinären Prise.

Wenn Enttäuschung Mordlust weckt

Madame Landrou wurde durch zahlreiche Enttäuschungen zu diesem Männer mordenden Monster. So nimmt sie ihren grausamen Rachezug auf. 

Ina Kancheva, Sopran, die Pianistinnen Mona und Rica Bard sowie der Dramaturg des Rundfunk-Sinfonieorchesters Berlin Steffen Georgi beschreiben ihre Arbeit an diesem Werk.

Roberto Hazon
Madame Landru - Kammeroper in einem Akt für Sopran und 2 Klaviere

Ina Kancheva, Sopran
Mona und Rica Bard, Klavier

Klaviertranskriptionen zu vier Händen

Die zweite Produktion, die wir in dieser Sendung vorstellen, bietet Werke von Michail Ippolitov-Ivanov. Der Komponist ist Jahrgang 1859, geboren im kleinen Städtchen Gatschina, 50 Kilometer von St. Petersburg entfernt.

Eine wilde Berglandschaft in blau und orange ist das Coverbild der neuen CD. (deutschlandradio / Daniel Seiffert)Kaukasische Weiten sind auch auf dem Cover der neuen CD zu sehen. (deutschlandradio / Daniel Seiffert)

Sein Vater ist Mechaniker, der das musikalische Talent seines Jungen unterstützt. Der studiert schließlich Kontrabass und Komposition und geht 1882 nach Georgien, nach Tiflis, wo er die "Ortsgruppe" der Russischen Musikgesellschaft gründet. Damit legt er einen Grundstein für die klassische Musikliebe in Tiflis. So kann er die Musikschulausbildung stabilisieren, er dirigiert die großen Opern im örtlichen Haus - seine Frau singt dabei die bedeutenden, romantischen Rollen.

Dann wird er nach Moskau als Professor ans Konservatorium berufen. Seine Karriere erreicht den Höhepunkt, als er fester Dirigent am Bolschoi-Theater wird.

Romantischer Flair für vier Hände

Seine Werke verraten, auch in der Bearbeitung zu vier Händen: er ist durch und durch romantischer Idylliker, der die eurasische Tradition verinnerlicht hat. Vieles ist pittoresk, bildhaft, einfach. Seine Musik besticht gerade durch diese Schlichtheit. 

Die Pianistin Maria Ivanova stellt Komponisten und seine Musik im Gespräch mit Stefan Lang vor.

Michail Ippolitov-Iwanow
Esquisses Caucasiennes Nr. 1, op. 10
Rhapsodie Armenienne op. 48
Prelude zur Oper Ruth op. 34
Esquisse Caucasiennes N. 2, op. 42

Maria Ivanova und Alexander Zagarinskiy, Klavier

Die CD wird bei hänssler CLASSIC erscheinen.

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