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Fazit / Archiv | Beitrag vom 04.12.2017

Diskussion über Zukunft der Berlinale"Aufmerksamkeitsschrei nach einer Filmkultur"

Patrick Wellinski im Gespräch mit Gabi Wuttke

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Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien, verfolgt in Berlin die Podiumsdiskussion "Filmfestivals heute" im Haus der Kulturen der Welt. (dpa / Paul Zinken)
Monika Grütters (CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien, verfolgt in Berlin die Podiumsdiskussion "Filmfestivals heute" im Haus der Kulturen der Welt. (dpa / Paul Zinken)

Auf einer Podiumsdiskussion haben Kulturschaffende mit Monika Grütters über die Zukunft der Berlinale debattiert. Unser Filmredakteur Patrick Wellinski war dabei. Zur Nachfolge des 2019 scheidenden Berlinale-Direktors Dieter Kosslick gab es Gerüchte, die Grütters zerstreuen konnte.

Nach der Forderung nach einem Berlinale-Neustart haben Berlinale-Kritiker und Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin im "Haus der Kulturen der Welt" über die Zukunft des Festivals debattiert. Auf dem Podium saßen auch der Regisseur und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff und der Regisseur Christoph Hochhäusler. Die Debatte wurde mit Spannung erwartet - geplant war sie schon lange.

"Diese Diskussion wurde von der Kulturstaatsministerin einberufen, nachdem sie schon im Mai eine Gruppe von Regisseuren mit einer Unterschriften-Liste besucht und gefordert habe, dass die Ausschreibung nach einem Nachfolger transparent sein sollte", erklärt Kulturkritiker Patrick Wellinski. Diese Veranstaltung sei das Resultat dieses Treffens gewesen. Sie sollte planmäßig nicht öffentlich sein.

Herausragend: Grütters Rede 

"Diese Öffentlichkeit, die jetzt entstanden ist, die hat man nicht genutzt heute Abend", sagt Wellinski. "Die wichtigen Fragen nach der Zukunft der Festivals zwischen Smartphone, Youtube, Netflix und IMAX sollte man besprechen - wurden aber nicht besprochen."

Berlinale-Direktor Dieter Kosslick auf den  67. Internationalen Filmfestspielen in Berlin, 2017, bei der Premiere des Films "Logan". (dpa-Zentralbild)Der Vertrag des Berlinale-Direktors Dieter Kosslick läuft 2019 aus. (dpa-Zentralbild)

Der eigentliche Wert der Veranstaltung sei der Auftritt von Kulturstaatsministerin Grütters gewesen. Erstmal habe sich die Ministerin öffentlich zu dieser Debatte geäußert. "Es gab sehr viele Gerüchte und nachdem Grütters zunächst Dieter Kosslick und seine Arbeit gelobt hat, begann sie mit den Richtigstellungen auf die ganz brennenden Fragen", sagt Wellinski.

Grütters räumt mit Gerüchten auf

Falsch sei etwa das Gerücht, dass als Kosslick-Nachfolge eine deutsche Frau gesucht werde. Grütters habe zudem versprochen, dem Verwaltungsrat, der Dachgesellschaft der Berlinale, den Vorschlag zu machen, externe Expertise in die Suche mit einzubeziehen. Sie habe zudem versprochen, dass ein Nachfolger oder Nachfolgerin spätestens nächstes Jahr feststehe, sagt Wellinski. Eine öffentliche Findungskommission habe sie aber abgelehnt.

Konkret sei es an dem Abend aber nicht geworden. "Der einzige intellektuelle Glanzpunkt der Diskussion kam von Bettina Reitz, der Präsidentin der Filmhochschule in München", sagt Wellinski. Sie habe die richtigen Fragen gestellt. "Und vermutete, das fand ich bemerkenswert, dass hinter diesem Brief der Regisseure vielleicht ja keine Debatte um die Zukunft der Berlinale hängt, sondern etwas wie ein Aufmerksamkeitsschrei nach einer Filmkultur, die bei uns brach liegt."

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