Freitag, 20.09.2019
 

Rang I | Beitrag vom 24.08.2019

Dimitrij Schaad übers Schauspielern"Das unvorstellbar schönste Gefühl"

Moderation: Susanne Burkhardt

Beitrag hören Podcast abonnieren
Dimitrij Schaad (Jeanne Degraa)
Schauspieler Dimitrij Schaad nimmt sich eine Auszeit beim Berliner Maxim-Gorki-Theater (Jeanne Degraa)

Nach sechs Jahren am Berliner Maxim-Gorki-Theater macht der Schauspieler Dimitrij Schaad ein "Theater-Sabbatical". Einen Wechsel zum Film schließe er aber aus, sagt er. Wenn er nicht auf der Bühne stehe, bekomme er Entzugserscheinungen wie ein Junkie.

Ab dieser Spielzeit gehört er nicht mehr zum festen Ensemble des Maxim-Gorki-Theaters: Dimitrij Schaad, einer der prägenden Schauspieler des von Shermin Langhoff und Jens Hillje geleiteten Berliner Hauses.

Schaad gönnt sich eine Pause vom Ensemble-Dasein, da er sich "ein bisschen an den Rand der Erschöpfung gespielt" habe, wie der Schauspieler sagt. Daher mache er ein "Theater-Sabbatical". Zudem suche er neue Impulse.

Auf der Bühne steht er trotzdem

"Die erzählerische Form, die wir so am Gorki gefunden haben, die ich versucht habe von Produktion zu Produktion weiter zu peitschen und weiterzuentwickeln, die habe ich gut zu Ende dekliniert für mich", meint er. Er werde aber weiterhin in allen Produktionen spielen, die er bereits geprobt habe.

Einen Wechsel zum Film schließe er aus. Schaad sagt: "Ich wünschte, ich könnte vom Theater ablassen, aber ich kann es nicht. Ich spiele unglaublich gerne Vorstellungen, weil es das unvorstellbar schönste Gefühl ist." Wenn er nicht auf der Bühne stehe, bekomme er "Entzugserscheinungen wie ein Heroin-Junkie".

Postmigrantisches Theater "mainstreamtauglich"

Im Rückblick auf seine sechsjährige Ensemble-Tätigkeit am Gorki stellt der Künstler fest, dass andere Theater anfangen "die Oberfläche" des postmigrantischen Theaterkonzepts des Hauses zu kopieren. Er beobachte, dass sich Ensembles "den Quotentürken oder Quotenschwarzen" leisten, aber es eigentlich nicht ernst meinen. Dennoch sei es schön zu erleben, dass die Arbeit des Gorki inzwischen "mainstreamtauglich" sei.

(sub/huc)



Der Theaterpodcast

Folge 17Wirtschaftswunder, Winnetou und Wurst?
Olaf Hoerbe als Intschu-tschuna spielt während der Hauptprobe von "Winnetou " auf der Felsenbühne in Rathen, Sachsen. (dpa /  Matthias Rietschel)

Wie reagieren Theater auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen in Zeiten des erstarkenden Rechtspopulismus? In einer Umfrage haben 32 Theaterleiter in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen darauf geantwortet.Mehr

weitere Beiträge

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur