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Breitband | Beitrag vom 16.12.2017

Digitale SprachassistentenMaschinengeflüster

Holger Schulze im Gespräch mit Vera Linß und Marcus Richter

Mensch sitzt im Kornfeld, um den Kopf eine Wolke aus weißem Staub (Aziz Acharki auf Unsplash)
Umgeben von Wolken aus künstlicher Intelligenz: Siri, Alexa und all die anderen digitalen Sprachassistenten könnten die Art beeinflussen, wie wir in Zukunft miteinander kommunizieren. (Aziz Acharki auf Unsplash)

Die digitalen Sprachassistenten sind bei uns eingezogen. Alexa, Siri und Co. stehen in unseren Wohnzimmern, Küchen und Büros. Inzwischen sind wir umgeben vom Maschinengeflüster – das menschlich klingt, aber künstlich bleibt. Was macht das mit uns?

"Habt ihr einen Freund?"
Siri: "Nein, aber irgendwelche Drohnen versuchen ständig, mich aufzureißen."
Google Assistant: "Man könnte sagen: Ich bin noch auf der Suche."
Alexa: "Die einzige Verbindung, die ich habe, ist die mit meiner Steckdose.""

Dieses Gespräch mit den Sprachassistenten stammt aus der Neuen Zürcher Zeitung. Alle Sätze sind Antworten, die die Systeme tatsächlich gegeben haben. Aber die Assistenten klingen längst nicht immer so clever. Trotzdem stehen die "smarten" Geräte bereits in vielen Haushalten. Rainer Henze vom Bundesverband Digitale Wirtschaft spricht vom "Megatrend des Jahres" und teils geben ihm die Zahlen recht: Amazons Echo Dot war Ende November weltweit auf Platz eins der Verkaufscharts der Händler-Plattform.

Sie klingen menschlich, bleiben aber künstlich

Der Einzug von Alexa, Siri, Cortana und Co. in unsere Büros und Haushalte verändert den Klang unseres Alltags und vielleicht auch unsere Kommunikation. Mike Herbstreuth stellt uns die Sprech- und Verhaltensweisen vor, die zusammen mit diesen kleinen Devices in unsere Wohnungen kommen.

Irgendwie klingen sie menschlich und bleiben doch künstlich. Wie wirkt sich dieser Hybridcharakter auf unsere Kommunikation mit den Geräten aus? Werden Befehlstöne unseren stärker Alltag bestimmen? Beeinflusst die Allgegenwart der Assistenten auch die Kommunikation, die gar nicht an sie gerichtet ist? Über diese Fragen sprechen wir mit Holger Schulze, Professor für Musikwissenschaft und Gründer des Projekts "Sound Studies Lab".

Bitcoin und die Theorie des größeren Trottels

Mit dem Bitcoin kam ein Versprechen: Die Umwälzung der kapitalistischen Geldwirtschaft. Mehr Transparenz, mehr Demokratie, mehr persönliche Freiheit. Man wollte die Macht der Banken brechen und die Verwaltung des Geldflusses in die Hände des Volkes legen. Inzwischen aber ist Bitcoin zu einem Top-Athleten im Spekulationssport avanciert. Denn seit dieser Woche wird die virtuelle Währung an einer Chicagoer Derivate-Börse gehandelt und damit kann nun auf steigende und fallende Kurse gesetzt werden.

Im Zusammenhang mit dem rasenden Kursanstieg der Bitcoin hörte man in den letzten Wochen immer wieder den Begriff der "Greater-Fool-Theory" – eine Anlagestrategie, die den Hype noch befeuert: Sie geht davon aus, dass es sich lohne ein Spekulationsobjekt über Wert zu erwerben, weil sich bestimmt ein noch größerer "Trottel" finde, der es zu einem noch höheren Kurs kaufe. Über den Aufstieg der Kryptowährung sprechen wir mit dem Philosophen, Mathematiker und langjährigen Börsenbeobachter Wolfgang Buschlinger.

Netzneutralität, Videoüberwachung, Absage an BND

Die Meldungen aus der Medien- und Netzwelt hat Julia Eikmann dabei: Die US-Aufsichtsbehörde FCC hat die Regeln zur sogenannten Netzneutralität aufgehoben. Künftig dürfen amerikanische Netzbetreiber nun den Datenfluss beschleunigen, verlangsamen oder sogar ganz blockieren.

Nun wird ein durch und durch kommerzialisiertes Netz befürchtet, in dem die Betreiber doppelt kassieren. Bei den Usern, damit sie bestimmte Dienste nutzen können, und bei den Anbietern, damit deren Inhalte das Publikum auch erreichen. Netflix, Facebook und Google drohen bereits, gegen die Entscheidung der FCC zu klagen. 

Umstritten ist auch das Gesichtserkennungsprojekt am Berliner Bahnhof Südkreuz. Seit Sommer 2017 wird dort in einem Feldtest ausprobiert, wie gut so genannte "intelligente Videoüberwachung" automatisiert die Gesichter bestimmter Personen im alltäglichen Bahnhofsgetümmel erkennt. So wollen Sicherheitsbehörden gezielt Terroristen und Schwerverbrecher aufspüren. Nun soll das Projekt um weitere sechs Monate verlängert werden.

Außerdem: Der Bundesnachrichtendienst darf nicht mehr massenhaft Metadaten von Telefonaten speichern. Es fehle die gesetzliche Grundlage. Das hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden und damit einer Klage der Organisation Reporter ohne Grenzen recht gegeben.

Die gesamten "Medien und Meinungen":

Podcast-Kritik: Kanye West verstehen

Ein Musikalbum – eine Staffel: In seinem Podcast "Dissect" widmete sich Cole Cuchna in zwanzig Folgen der Analyse des Albums "To Pimp a Butterfly" des Rappers Kendrick Lamar. Sein gegenwärtiges Projekt ist das sieben Jahre alte Album "My Beautiful Dark Twisted Fantasy" von Kanye West. Heiko Behr hat "Dissect" von Cole Cuchna gehört – und die Antwort auf die Frage nach der Bedeutung von Musikjournalismus im Jahr 2017 gefunden.

Das Team

Moderation: Vera Linß und Marcus Richter
Redaktion: Bettina Conradi und Jana Wuttke
Netzmusik: Christian Conradi
Webredaktion: Nora Gohlke

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