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Literatur | Beitrag vom 09.08.2020

Die US-Dichterin Edna St. Vincent Millay"Meine Kerze brennt an beiden Enden“

Von Manuela Reichart

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Historische Fotografie von Edna St. Vincent Millay hinter den Ästen eines blühenden Magnolienbaums, 1931 (Getty Images / Bettmann)
Für manchen war sie eine moderne Sappho: Die US-Dichterin Edna St. Vincent Millay. (Getty Images / Bettmann)

Vor 100 Jahren war sie berühmt, Millionen kannten ihre Verse auswendig – vor 70 Jahren, als sie einsam starb, war sie vollkommen vergessen. Hochhäuser seien die eine Attraktion der USA, meinte Thomas Hardy, die andere heiße Edna St. Vincent Millay.

Sie war eine moderne Frau - und als Dichterin eine geniale Traditionalistin. Der Sänger Johnny Cash liebte sie und trug am Ende seiner Konzerte gerne eine ihrer Balladen vor. Die Schauspielerin Katharine Hepburn zitierte sie in einem Hollywoodfilm. Der Schriftsteller Rudolf Borchardt sah in ihr die neue Sappho. Und der britische Autor Thomas Hardy meinte, Amerika habe überhaupt nur zwei große Attraktionen zu bieten - die Wolkenkratzer und die Poesie von Edna St. Vincent Millay.

Doch die Frau, die sich nicht an Regeln hielt, die Männer und Frauen liebte und ein ausschweifendes Leben führte, war irgendwann nicht mehr gefragt und wurde schließlich vergessen. Sie starb mit 58 Jahren am 19. Oktober 1950 einsam und krank, süchtig nach Morphium und Alkohol. Manuela Reichart porträtiert Edna St. Vincent Millay.

Produktion: Hessischer Rundfunk, 2018

Das Manuskript können Sie hier herunterladen.

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