Die riskante Kunst des Büchermachens

Bei den "Big Six" steht die Rendite an erster Stelle. © dapd / Sebastian Willnow
Von Sieglinde Geisel · 16.10.2012
Ohne die "independent publishers" käme in den USA keine Übersetzung deutscher Literatur auf den Markt. In den USA ist die Konzentration im Verlags- und Buchhandelswesen weiter fortgeschritten als in Europa. Da bei den "Big Six" die Rendite an erster Stelle steht, erscheinen immer mehr wichtige Bücher bei kleinen Verlagen, "independent publishers" wie Melville House, Archipelago Press oder Dalkey Archive.
Als kommerziell riskant gilt im amerikanischen Literaturbetrieb nicht nur Avantgardistisches, sondern auch alles, was aus dem Ausland übersetzt wird. Daher hat sich die internationale Literatur weitgehend in die unabhängigen Häuser verlagert, ebenso wie politisch oder ästhetisch Gewagtes.

Hat ein Autor sich allerdings in einem kleinen Verlag etabliert, steigt die Gefahr, dass er von einem Konzernverlag abgeworben wird. Traditionell lebt das Verlagsgeschäft von Quersubventionierungen, dies wird jedoch gerade für Kleinverlage immer schwieriger. Viele weichen in den Nonprofit-Sektor aus und finanzieren Übersetzungen oder Buchreihen durch Stiftungsgelder.

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