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Konzert / Archiv | Beitrag vom 16.12.2018

Deutsche Radio PhilharmoniePietari Inkinen dirigiert Prokofjews 3. Sinfonie

Moderation: Volker Michael

Pietari Inkinen (RSB Berlin / Nguyen Phuong Thao )
Pietari Inkinen (RSB Berlin / Nguyen Phuong Thao )

Seit einem Jahr prägt Pietari Inkinen die Arbeit der Deutschen Radio Philharmonie. In der laufenden Saison beginnt er den Zyklus mit allen Prokofjew-Sinfonien. Neben der 3. gibt es an diesem Tag Brahms' Violinkonzert mit Vadim Gluzman.

Der Geiger Vadim Gluzman widmet seinen Auftritt in Saarbrücken dem Kollegen Henryk Szering. Der polnische Musiker war einer der charismatischsten Interpreten dieses Instruments im 20. Jahrhundert. Sein 100. Geburtstag war am 22. September, vor genau vierzig Jahren starb er während einer Tournee mit dem Vorgängerorchester der Deutschen Radio Philharmonie, dem RSO Saarbrücken in Kassel.

In memoriam Henryk Szering

An diesem denkwürdig traurigen Tag stand damals das Violinkonzert von Johannes Brahms auf dem Programm, deshalb erklingt es nun auch beim Gastspiel Vadim Gluzmans in Saarbrücken.

Eine Besonderheit eröffnet das Vormittagskonzert in der Congresshalle - Vadim Gluzman wird gemeinsam mit dem Solo-Oboisten der Deutschen Radio Philharmonie, Veit Stolzenberger, das d-Moll-Doppelkonzert WV 1060 von Johann Sebastian Bach spielen. Das wurde aus dem Material eines Cembalokonzerts rekonstruiert für die mit höchster Wahrscheinlichkeit vom Thomaskantor bevorzugte Duokombination aus Violine und Oboe.

Bachs Lieblingsinstrument

Nicht nur Bach, auch seine Zeitgenossen schätzen diese beiden Instrumente über alle Maßen, sicher auch weil die klanglichen Eigenschaften der meisten anderen Instrumente damals noch nicht so ausgereift waren.

Eher selten geht ein Dirigent wie nun Pietari Inkinen in Saarbrücken das Projekt an, alle Sinfonien von Sergej Prokofjew aufzuführen. Außer seiner ersten und fünften sind die Sinfonien des russisch-sowjetischen Komponisten kaum zu hören. Dass sie nicht fest im Repertoire verankert sind, hat allerdings nichts mit ihrer Qualität zu tun. Eher schon mit ihrer thematischen Eigenständigkeit. Denn mehrfach lassen sich in den Sinfonien deutliche Parallelen zu Opern oder Ballettmusiken des Komponisten erkennen. Das ist auch so im Fall der Oper "Der feurige Engel". Die verfasste Prokofjew teilweise, während er in Bayern wohnte in der Nähe des Klosters Ettal.

Feuriger Engel in einer Sinfonie

Und diese Oper weist Ähnlichkeiten mit der dritten Sinfonie auf. Natürlich wird in dem Orchesterwerk nicht gesungen, und zweifelsohne ist es ein vollgültiger Beitrag Prokofjews zur großen Gattung. Das wird Pietari Inkinen in diesem Matinee-Konzert der Deutschen Radio Philharmonie beweisen.

Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern mit ihrem Chefdirigenten Pietari Inkinen (Werner Richner/DRPh)Die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern mit ihrem Chefdirigenten Pietari Inkinen (Werner Richner/DRPh)

Congresshalle Saarbrücken
Aufzeichnung vom Vormittag

Johann Sebastian Bach
Konzert für Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo d-Moll (rekonstruiert nach BWV 1060)

Johannes Brahms
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 77

Sergej Prokofjew
Sinfonie Nr. 3 c-Moll op. 44

Vadim Gluzman, Violine
Veit Stolzenberger, Oboe
Deutsche Radio Philharmonie
Leitung: Pietari Inkinen

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