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Interview | Beitrag vom 18.07.2020

Deutsche als Zukunftsskeptiker"Die Wähler hätten gern die ständige Verlängerung der Gegenwart"

Daniel Dettling im Gespräch mit Ute Welty

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Eine Gruppe junger Menschen geht auf Linien in verschiedene Richtungen. (Getty / Digital Vision)
„Die Politik in Deutschland ist immer sehr gegenwartsfixiert gewesen", meint der Politikberater Daniel Dettling. Dies habe historische Gründe. (Getty / Digital Vision)

Die Deutschen seien grundsätzlich skeptisch, wenn man ihnen eine bessere Zukunft verspreche, meint der Politikberater Daniel Dettling. In der Politik wachse dennoch die Einsicht, dass Lösungsansätze nachhaltiger werden müssten.

Nach Auffassung des Politikberaters Daniel Dettling verändert sich die Politik in Deutschland durch die Erfahrung der Corona-Pandemie. Die deutsche Politik werde zukunftsorientierter und "zukunftsintelligenter", wie Dettling sagt.

Es wachse die Einsicht in die Notwendigkeit nachhaltiger Politik, so der Jurist und Verwaltungswissenschaftler. "Klimawandel, Artenvielfalt, Globalisierung – all das hat miteinander zu tun."

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Politik werde zudem interdisziplinärer und beziehe die Expertise der Wissenschaften ein, während auch die Krisen immer "multipler und vernetzter" würden.

Verlängerung der Gegenwart

Die Deutschen seien allerdings grundsätzlich skeptisch, wenn man ihnen eine bessere Zukunft verspreche, meint der Politikberater.

"Die Wählerinnen und Wähler in Deutschland hätten am liebsten die ständige Verlängerung der Gegenwart als Zukunft", meint der Politikberater. "So funktioniert aber Zukunft in den wenigsten Fällen."

Coronakrise als Zäsur

Es bestehe nun die Hoffnung, dass die Coronakrise eine Art Zäsur darstelle. So habe die deutsche Politik eingesehen, dass gemeinsame Lösungen in der Europäischen Union gefunden werden müssten.

Die Schließung der Grenzen innerhalb der EU habe niemandem geholfen. Vielmehr seien Lieferketten unterbrochen worden und Belastungen für die Wirtschaft entstanden.

(huc)

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