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Neue Musik | Beitrag vom 04.04.2019

Der Grazer Komponist Peter Lackner Der Kanon als universelles Prinzip

Von Florian Neuner

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Portrait des Komponisten (Peter Lackner / privat)
Peter Lackner lebte und unterrichtete in Graz. (Peter Lackner / privat)

Seine Musik ist vom Streben nach Gleichgewicht inspiriert. Seit 1986 bezeichnete er alle seine Werke als Kanons. Peter Lackner, im besten Sinne ein Außenseiter des Musiklebens, hinterlässt ein so konsequentes wie eigenwilliges Œuvre.

Für den jungen Peter Lackner war die Begegnung mit dem Werk Josef Matthias Hauers ein entscheidendes Erlebnis. Ob er später für Klavier, Streichquartett oder Orchester komponierte – alle seine Stücke firmieren als Kanons.

Das heißt freilich nicht, dass all diese Kompositionen eine bestimmte Methodik verbinden würde. Vielmehr betrachtet Lackner unterschiedlichstes Material "unter kanonischen Aspekten", geleitet von einem "Gleichgewichts-Sinn", der den Ausgangspunkt seines musikalischen Denkens bildet.

Kanon als Metapher

Der Kanon wird bei Peter Lackner zum universellen Prinzip und zur Metapher. "Kanonisches" erblickte der Grazer Komponist – einmal darauf fokussiert – schließlich überall. Über seine meist stark reduktive Musik schreibt Florian Geßler:

"In Lackners Musik bietet sich die Möglichkeit, eine Form des Ausgleichs zwischen Ordnung/Struktur/Gesetzmäßigkeit und dem Urstrom der in die scheinbare Unendlichkeit des Universums dahin fließenden Klänge zu erleben."

Lackner, der an der Grazer Kunstuniversität seit 1994 Tonsatz, Gehörschulung und Musiktheorie unterrichtete, starb Ende 2018 in seiner Heimatstadt.

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