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Lesart / Archiv | Beitrag vom 29.08.2017

"Das Skelett von A bis Z" Welcher Schädel zu welchem Tier gehört

Von Susanne Billig

Das Cover von "Das Skelett von A bis Z", dahinter: ein menschlicher Schädel (dpa / Gerstenberg-Verlag)
Das Cover von "Das Skelett von A bis Z", dahinter: ein menschlicher Schädel (dpa / Gerstenberg-Verlag)

Das Buch erfreut seine jungen Leser nicht mit einer schönen Bebilderung, es gibt auch Rätsel auf. Welche dieser knöchernen Hände gehören einem Menschen, welche einem Lemuren? Das ist lustig und aufschlussreich zugleich.

Hätten Sie‘s gewusst? Ein neugeborener Säugling besitzt 150 Knochen mehr als ein erwachsener Mensch. Erst im Laufe seines Lebens werden seine Knochen miteinander verschmelzen – damit verringert sich dann auch ihre Zahl. Zähne hat ein Säugling natürlich noch nicht. Aber auch sie werden eines Tages aus seinem Skelett hervorgehen und dann die härteste Substanz des Körpers bilden. Mit den Fischen können Menschen allerdings nicht mithalten: Manche Fischarten besitzen sogar Zähne auf der Zunge und im Rachen. Den Rekord hält der Schwarze Katzenwels: Er jagt seiner Beute mit 10.000 scharfen Beißerchen nach.

Aus Knochen lässt sich etwas Spannendes machen. Das zeigt das neue Kinderbuch "Das Skelett von A bis Z". Die Geschichte der Skelette hat schon vor 540 Millionen Jahren begonnen, erzählen die Autoren zu Beginn. Damals entwickelten sich Meereskrebse mit einem äußeren Schutzpanzer. Als erste Wirbeltiere kamen später die Fische mit ihrem Knorpelskelett hinzu. Locker-leicht mit wenigen, immer unterhaltsamen Textabschnitten wandert das Buch durch die verschiedensten Aspekte seines Themas.

Spannendes über den Schädel des Laubfrosches

Es streift die Skelettarten, die es im Tierreich gibt, mal innen wie beim Menschen, mal außen wie bei den Insekten. Es widmet sich den vielen Kopfformen – vom leichten Amselschädel, der aus mehr Löchern als Knochen besteht, über den Schädel des Laubfrosches, in dem es keinen Gaumen gibt (weshalb der Frosch seine Beute tatsächlich mit den Augäpfeln in den Schlund schiebt), bis hin zum massiven Schädel des Krokodils, das fester zubeißen kann als jedes andere Tier auf der Erde.

Die Zeichnungen, mit denen jede Seite reichlich in einem durchgehend orangefarben-schwarzen Layout ausgestattet ist, kommen betont witzig daher. Renaud Vigourts Fische scheinen zu lächeln, seine Garnelen necken einander, die Schlangen gucken enorm schlecht gelaunt und in den Augenhöhlen der knöchernen Menschenschädel rollen Comic-Augen, während kleine Comic-Männchen Knochen weiß anmalen oder dem Fisch einen Stock in den Rachen stemmen, damit er sein Maul aufsperrt.

Nicht nur das, was von uns übrig bleibt

Auch mit Rätselfragen erfreut das Buch seine jungen Leserinnen und Leser, was bei diesem Thema einen wunderbaren Sinn ergibt, denn das Spannende am Skelett besteht ja gerade darin, dass es dem Auge im Alltag verborgen bleibt. Zu welchen Tieren gehören diese gezeichneten Schädel? Welche dieser knöchernen Hände gehören einem Menschen, welche einem Lemuren? Wer Pappklappen öffnet, erhält die – oft überraschende – Antwort.

Lustig und aufschlussreich zugleich: Der Zeichner präsentiert die meisten Knochengerüste in alltäglichen Lebenssituationen, so dass Kinder sehen können, was genau so ein Skelett eigentlich tut, wenn ein Fisch nach einer Fliege schnappt oder ein Mensch und eine Katze miteinander schmusen oder der geduckte Löwe sich einem grasenden Büffel nähert.

Skelette sind eben nicht nur das, was von uns übrig bleibt, wenn wir tot sind. Dieses Kinderbuch zeigt ganz im Gegenteil: Sie geben dem prallen Leben Halt und Form.

Henri Cap, Raphael Martin, Renaud Vigourt: "Das Skelett von A bis Z" 
Vom Verlag empfohlen ab 8 Jahren, gebunden, farbig illustriert
40 Seiten, 22 Euro

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