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Literatur | Beitrag vom 01.11.2020

Das Erdbeben von Lissabon in literarischen TextenDer unterirdische Wagen der Zerstörung und des Glücks

Von Eveline Passet und Raimund Petschner

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Der Turm von Belem in Lissabon (picture alliance / united archives)
Das große erdbeben in Lissabon im November 1755 zerstörte einen großen Teil der Stadt und kostete viele Einwohner das Leben. (picture alliance / united archives)

Am 1. November 1755 bebte in Lissabon die Erde. Die damals viertgrößte Stadt Europas wurde zum Ruinenfeld. Ein Tsunami zerstörte die Unterstadt und tötete zehntausende Menschen. Erschüttert wurden alle Sicherheiten, Überzeugungen - und der Glaube.

Das Erdbeben von 1755, eine unvorstellbare Katastrophe, rüttelte an allen Gewissheiten, nicht zuletzt an der Selbstgewissheit des religiösen und des bürgerlich-aufklärerischen Glaubens: Wie konnte ein allmächtiger und gütiger Gott solches Verderben über Menschen bringen, die doch des rechten Glaubens waren und diesen zudem eifrig mit dem Schwert in alle Welt trugen? Der Philosophie und der Literatur stellten sich grundlegende Fragen der Existenz neu, während das Katastophenmanagement erfunden wurde und die Erdbebenforschung Fortschritte machte.

Bis heute ist das verheerende Erdbeben von Lissabon ein Epizentrum theologischer, philosophischer, künstlerischer und literarischer Reflexionen. Voltaire, Heinrich von Kleist und Reinhold Schneider, Günter Eich, António Lobo Antunes und Peter Sloterdijk gehören zu den Autoren, die sich den Konsequenzen der Tragödie gestellt haben.

Das Manuskript der Produktion aus dem Jahr 2005 können Sie hier herunterladen.

Es sprechen: Tonio Arango, Jean Cuillerier, Markus Hoffmann, Helmut Krauss, Ulrike Krummbiegel 
Regie: Klaus-Michael Klingsporn
Redaktion: Sigried Wesener

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