Seit 12:05 Uhr Studio 9 kompakt
Sonntag, 11.04.2021
 
Seit 12:05 Uhr Studio 9 kompakt

Fazit | Beitrag vom 31.10.2020

Das Deutsche FernsehballettEine Ära geht zu Ende

Emöke Pöstenyi im Gespräch mit Marietta Schwarz

Beitrag hören Podcast abonnieren
Tänzerinnen des Deutschen Fernsehballetts bei der Aufzeichnung der Show "Das Deutsche Fernsehballett - Die große Show zum Abschied". (picture alliance / dpa-Zentralbild / Sebastian Willnow)
1962 wurde das Deutsche Fernsehballett gegründet. Es hatte seine große Zeit mit TV-Shows wie "Ein Kessel Buntes". (picture alliance / dpa-Zentralbild / Sebastian Willnow)

Das Deutsche Fernsehballett ist eine der wenigen DDR-Institutionen, die sich über die Wende retten konnten - auch dank des Engagements der früheren Chefchoreografin Emöke Pöstenyi. Jetzt soll Schluss sein. Am Samstag übertrug der MDR die letzte Show.

"Ich habe dieses Ende schon viel eher erwartet", sagt Emöke Pöstenyi über den letzten Auftritt des Deutschen Fernsehballetts im MDR. Die ehemalige Chefchoreografin dieser früheren DDR-Institution machte sich nach der Wende für den Erhalt des Ensembles stark: "Ich musste kämpfen, dass wir das überleben." 30 Jahre später ist nun Schluss. 

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Auch der letzte Abend zeigte, wie Pöstenyi sagt, dass das Ballett nicht mehr wirklich gebraucht wird: Es werde zu wenig getanzt und es gebe zu wenige eigenständige Nummern. Das Ballett umrahme eigentlich nur noch die Sängerinnen und Sänger.

Zeigen, was man kann

Ihr Anspruch damals jedenfalls war anders, wie Pöstenyi sagt. Das Ensemble sollte zeigen, was es kann, wie gut es war. Dafür eigneten sich besonders so große Shows wie "Ein Kessel Buntes" – das TV-Highlight der DDR: "Da hatte das Ballett zwei, drei große Auftritte, wo es selbständig war und seine Leistungen zeigen konnte", sagt Pöstenyi.

Emöke Pöstenyi  bei der Aufzeichnung der Abschiedsshow des Fernsehballetts. (Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa)Die frühere Solistin und Choreografin des Deutschen Fernsehballetts, Emöke Pöstenyi, bei der Aufzeichnung der Abschiedsshow. (Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa)
Dennoch war sie gerührt von dem Abschiedsabend, an dem auch sie geehrt wurde. Alte Kolleginnen und Kollegen wurden eingeladen, die unter ihr Tänzerinnen und Tänzer waren: "Es war rührend. Es war schön, wieder zurückversetzt zu sein in diese Zeit", sagt Emöke Pöstenyi.

(ckr)

Mehr zum Thema

Hörspiel: Fernsehabend in der Hauptstadt der DDR - Berlin, ein Meer des Friedens
(Deutschlandfunk Kultur, Hörspiel, 17.06.2020)

Friedrichstadt-Palast in Berlin - "Meisterwerk des gebauten Kitsches"
(Deutschlandfunk Kultur, Kompressor, 01.09.2020)

Das Fernsehballet - Ende einer deutsch-deutschen Mediengeschichte
(Deutschlandfunk, @mediasres, 29.10.2020)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 34Auf der Bühne mit Behinderung: Theater und Inklusion
Lucy Wilke & Paweł Duduś in dem Stück „Scores that shaped our friendship”. (Theresa Scheitzenhammer)

Die Nominierung der Schauspielerin Lucy Wilke zum diesjährigen Theatertreffen macht die Fragen nach der Vereinbarkeit von Theaterarbeit und Behinderung wieder aktuell: Was fehlt zur ganzheitlichen Barrierefreiheit? Mit Lucy Wilke suchen wir nach konkreten Handlungsansätzen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur