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Lesart / Archiv | Beitrag vom 14.03.2019

Das Buch meines LebensAstrid Lindgren: "Ferien auf Saltkrokan"

Von Lena Gorelik

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Die Schriftstellering lächelt in die Kamera. Das Porträtfoto befindet sich auf einem Hintergrund mit aufgeschlagenen Buchseiten in der Nahaufnahme. (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)
Schriftstellerin Lena Gorelik (picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

"Ferien auf Saltkrokan" von Astrid Lindgren ist das Buch, das Lena Gorelik jedes Mal liest, wenn sie krank ist. Die Schriftstellerin lacht noch immer an denselben Stellen, obwohl sie längst weiß, wann der Witz kommt.

Das Buch meines Lebens ist definitiv ein Buch von Astrid Lindgren. Wenn ich mich für eines entscheiden muss, würde ich tatsächlich "Ferien auf Saltkrokan" nehmen, weil sie interessanterweise das erst als Drehbuch geschrieben hat und dann als Buch, was ich aber meine ganze Kindheit nicht wusste - und auch viele Jahre nicht wusste.

Und das ist ein Buch, das ich immer noch lese. Und zwar lese ich es jedes Mal, wenn ich krank bin. Es gibt nichts, was einen besser tröstet. Und zwar, weil es gar nicht zum Trösten gedacht ist. Ich glaube, dieses Buch ist das, an dem sich die Gefühle am dichtesten treffen. Also da wird gleichzeitig geweint und gelacht. Da darf jedes Kind und auch jeder Erwachsene Gefühle haben. Ich glaube, es gibt keine literarische Landschaft, die ich mir je so plastisch vorgestellt habe wie diese Insel Saltkrokan.

Es beginnt damit, dass eine Fähre auf der Insel ankommt und anlegt. Und es gibt eine Beschreibung, wie alles dann im Regen vernebelt und spätabends dunkel ist - und eigentlich überhaupt nicht so schwedisch schön, wie man sich das vorstellt.

Ich habe das so genau vor Augen, als wäre ich da heute gewesen. Ich weine immer noch an denselben Stellen. Ich lache immer noch an denselben Stellen, obwohl ich weiß, wann der Witz kommt. Diese Art von Menschlichkeit haben Bücher selten in mir geweckt.

Astrid Lindgren: Ferien auf Saltkrokan
Oettinger Verlag 1992
272 Seiten, 16,99 Euro

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