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Lesart / Archiv | Beitrag vom 04.05.2017

Daniel Düsentrieb wird 65"Dem Ingeniör ist nichts zu schwör"

Von Elmar Krämer

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Ein Abbild der Comicfigur "Daniel Düsentrieb" ist im Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale (Bayern) in seiner Werkstatt zu sehen. (dpa / Nicolas Armer)
Und wieder hat eine Erfindung nicht geklappt. Aber Daniel Düsentrieb verzweifelt nicht lang. Er ist schließlich "Patent-Erfinder"! (dpa / Nicolas Armer)

Rückenkratzmaschinen, Schalllöscher und Glühwürmchenfänger: Daniel Düsentrieb ist die erfinderischste Ente in Entenhausen. Mal taugen die Erfindungen was, mal nicht. Reich ist der "Patent-Erfinder" Düsentrieb damit nicht geworden. Aber das scheint ihn auch nicht zu stören, ihm geht's nur um die neuen Ideen.

Daniel Düsentrieb: "Kommt nur rein, ich habe schon alles vorbereitet!"

Tick, Trick und Track: "Was ist es denn Daniel?"

Daniel Düsentrieb: "Etwas das jeder Haushalt braucht: Eine kombinierte Haartrockner- und Popcornmaschine!"

Tick, Trick und Track: "Damit schießen Sie bestimmt den Vogel ab!"

Daniel Düsentrieb ist einer der wenigen in Disneys-Enten-Universum, der keinen Enten- sondern einen Hühnerschnabel hat. Und er ist die Figur, dessen Äußeres sich immer wieder veränderte. Anfangs hatte er braune Haare und war dürr. Einige Zeit später waren seine Haare grau und der Körper vollschlank – mittlerweile ist er normalgewichtig, mal rothaarig, mal blond, aber dennoch unverkennbar.

Comic-Fan Anton: "Er hat immer ein T-Shirt an, einen gelben Hut auf dem Kopf, dann hat er sehr strubbelige Haare, eine kleine Brille – eigentlich sieht er immer sehr nett aus und freundlich."

Viele Ideen, manche glücken andere nicht

Als Daniel Düsentrieb in den 50er-Jahren erstmals in einem Comic auftauchte, trug er einen roten Rucksack auf dem Rücken, hüpfte auf einer Sprungstelze durch die Gegend und wollte auf diese Weise Milch zu Butter machen …

Das ist lange her. Seine Erfindungen sind seitdem aufwendiger und ausgeklügelter geworden. Das aktuelle "Lustige Taschenbuch", Enten-Edition-Band 54, ist  ausschließlich Daniel Düsentreib gewidmet und es trägt den bezeichnenden und längst zum geflügelten Wort gewordenen Titel, "Dem Ingeniör ist nichts zu schwör!". In elf Geschichten stellt der Erfinder das unter Beweis.

Düsentrieb: "Die Mitglieder von meinem Club Erfindung des Monats werden überwältigt davon sein."

Daniel Düsentrieb erfindet eine Eismaschine, die errät, welche Sorte sich der Kunde wünscht, einen Laubsammelhüpfstab, eine Küche im Kasten, dem Trend zu gesunder Ernährung folgend: Sahne ohne Kalorien und etliches mehr.

Wie so oft in seiner Karriere, gehen einige Erfindungen schief – doch etliche funktionieren auch hervorragend. Daniel Düsentrieb ist recht erfolgreich, findet Comic-Fan Anton.                                                                                                                     

Anton: "Die erfolgreichste Erfindung, die ich mitgekriegt habe, war so eine Lampe: Wenn man da an einen Ort gedacht hat, ist man mit der Lampe direkt dahin gekommen. Zwischenfrage: Ist der denn auch reich? Nein, er ist eigentlich sehr arm aber glücklich. Zwischenfrage: Warum ist er denn dann erfolgreich, wenn er kein Geld damit verdient? Weil meistens seine Erfindungen von Dagobert Duck, dem reichsten Mann, ihm seine Erfindungen nimmt, sie in die Produktion stellt und dann verkauft."

Düsentrieb verkörpert das Schicksal eines Künstlers am Existenzminimum – genialisch, doch mit seinem Werk rühmen sich andere. Und vielleicht teilt er damit auch ein bisschen das Schicksal seines Schöpfers.                                                             

Erfunden wurde die Figur vom Zeichner Carl Barks, einem der wichtigsten Disney-Zeichner. 1952 erblickte Daniel Düsentrieb das Licht der Welt, erst acht Jahre später fanden Disney-Fans heraus, dass es Barks war, der sich den sympathischen und etwas verrückten Erfinder ausgedacht hatte.

Eine einzelgängerische Ente

"Legen sie schnell den Hebel um, Herr Düsentrieb!" 

Düsentrieb: "Wird gemacht…!"

Daniel Düsentrieb ist ein eingefleischter Junggeselle, selbst wenn er sich immer wieder, wie auch im aktuellen Band, in die eine oder andere Wissenschaftlerin verliebt – am Ende des Tages jedoch geht er allein nach Haus. Allerdings -  ganz allein ist er nie.

Anton: "Er hat sein kleines Helferlein, das ist ein Männchen mit einer Glühbirne und der hilft ihm auch oftmals. Helferlein ist sehr klein und besteht zum größten Teil aus Metallstücken und der hat als Kopf halt kein Gesicht, sondern eine Glühbirne und die leuchtet auf, wenn er eine Idee hat."

Seit 1956 ist Helferlein an Düsentriebs Seite und so sind sie schon zwei, denen immer wieder ein Licht aufgeht, das sie dann auf sinnvolle, ziemlich verrückte und manchmal auch unterhaltsam wirkungslose Einfälle bringt.

Anton: "Der hat auch mal einen Fischanzug gemacht, in den er selbst reingehen konnte und dann zwei Stunden unter Wasser bleiben sollte und Fischer haben ihn dann mit einem riesigen Netz hochgezogen – auch so eine Erfindung, die dann leider nicht geklappt hat."

Aber allen Pannen zum Trotz: Erfindergeist und Entwicklerdrang wird sich Daniel Düsentrieb wohl auch im Rentenalter nicht nehmen lassen. Comic-Fan Anton findet, Düsentrieb sieht sowieso jünger aus: 

Anton: "Da würde ich ihn so um die 50 Jahre schätzen. Zwischenfrage: Jetzt wird der ja nun schon 65. – Ja, in Comics bleiben die Figuren meistens gleichalt." 

Na dann: Auf die nächsten Jahre und Happy Birthday, Daniel Düsentrieb.

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