Seit 13:05 Uhr Länderreport

Montag, 13.07.2020
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Interview / Archiv | Beitrag vom 26.06.2014

Cybermobbing"Beweismaterial durch Screenshot sichern"

Initiative gibt Verhaltenstipps für Mobbingopfer

Podcast abonnieren
Ein Junge reibt sich am 15.05.2013 vor seinem Laptop beim betrachten der Facebook-Seite die Augen. (dpa/ picture alliance / Oliver Berg)
Für Kinder und Jugendliche wird Cybermobbing immer mehr zum Problem. (dpa/ picture alliance / Oliver Berg)

Beschimpfungen im Chat, herabwürdigende Kommentare: Mobbing im Internet wird zunehmend zum Problem. Uwe Leest vom "Bündnis gegen Cybermobbing" erklärt, wie man sich am besten verhält, wenn man Mobbingopfer wird.

Vor allem unter Jugendlichen ist Cybermobbing zu einem wachsenden Problem geworden. Laut einer Studie des "Bündnisses gegen Cybermobbing" sind fast 17 Prozent aller befragten Schüler bereits Opfer von solchen Attacken geworden. Beschimpfungen und Beleidigungen waren dabei die häufigste Form, gefolgt von der Verbreitung von Lügen und Gerüchten.

Wenn man Mobbing-Opfer sei, dürfe man dem Täter auf keinen Fall antworten, sagte Leest im Interview mit Deutschlandradio Kultur. Man müsse den Betreiber der Plattform sofort informieren. Für die Strafverfolgung sei es außerdem wichtig, das Beweismaterial durch einen Screenshot zu sichern.

Leest verwies auch auf den Grundsatz des deutschen Strafrechts, nach dem Eltern für ihre Kinder haften:

"Wir sind hier natürlich in einem sensiblen Bereich, wenn die Kinder noch jünger als 14 Jahre alt sind. Dann sind sie ja nicht strafmündig. Das heißt, dass hier eine ganz große Verantwortung bei den Eltern liegt. Nämlich darauf zu achten, was ihre Kinder in dieser neuen, schönen, virtuellen Welt so machen."

Ziel des 2011 gegründeten Bündnisses ist es, die Gesellschaft über das Thema aufzuklären und Forschung über Gewalt im Netz auf deutscher und europäischer Ebene umzusetzen.

Mehr zum Thema:

"Nachhaltige Seelenstörungen" - Expertentagung zu Cybermobbing im Internet (Deutschlandradio Kultur, Thema, 11.09.2013)

Selbsthilfe gegen Beleidigungen im Internet (DLF, Campus & Karriere, 17.05.2013)

Strategien gegen Cybermobbing (DLF, Campus & Karriere, 15.02.2012)

Interview

25 Jahre SrebrenicaGespaltenes Gedenken
Zineta Ibisevic hält ein Foto ihrer Kinder in den Händen. Die Familie Ibisevic hat ihre beiden Söhne 1995 beim Völkermord an Srebrenica verloren. (picture alliance / Anadolu Agency / Denis Zuberi)

Trotz aller Aufarbeitung: Auch 25 Jahre nach dem Massaker von Srebrenica gebe es immer noch eine Kultur des Leugnens, sagt die Historikerin Marie-Janine Calic: "Jede Gruppe zählt nur die eigenen Opfer, und die anderen sind immer nur der Täter."Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur