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Im Gespräch | Beitrag vom 01.02.2020

CoronavirusHysterie oder berechtigte Sorge?

Lars Schaade und Johannes Wimmer im Gespräch mit Gisela Steinhauer

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Zusammen mit ihrer Mutter wartet die kleine Tramy auf dem Flughafen Frankfurt am Check-In-Schalter einer vietnamesischen Fluggesellschaft. Dabei trägt sie eine Mundschutzmaske. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)
Auf dem Flughafen Frankfurt am Main trägt ein Kind eine Mundschutzmaske. (picture alliance / dpa / Boris Roessler)

Das Coronavirus sorgt auch in Deutschland für Aufregung. Die Zahl der Infizierten in China steigt. Die WHO hat den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Ist diese Maßnahme berechtigt? Wie gefährlich ist der Erreger? Diskutieren Sie mit!

60 Millionen Menschen in China unter Quarantäne, täglich steigende Zahlen von Infizierten: Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV beunruhigt immer mehr Menschen weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen, Airlines streichen Flüge von und nach China, Staaten holen ihre Bürger zurück.

Robert Koch-Institut bietet Informationen

"Es ist in den letzten Tagen deutlich geworden, dass das Virus leichter übertragen wird als zu Beginn des Ausbruchs angenommen", sagt der Virologe und Vizepräsident des Robert Koch-Instituts Lars Schaade. Das RKI ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -vorbeugung. Es bietet auf seiner Homepage eine Informationsseite zu dem aktuellen Coronavirus. Dem aktuellen Wissensstand zufolge sei die Gefahr, sich in Deutschland mit dem Coronavirus anzustecken, gering. Diese Einschätzung könne sich allerdings kurzfristig durch neue Erkenntnisse ändern, so das RKI.  

Grippe – die unterschätzte Gefahr

Das Institut veröffentlicht auch Informationen zur derzeitigen Grippewelle; diese Viruserkrankung sei, trotz der Aufregung über das Coronavirus, nicht zu unterschätzen, so Lars Schaade. Während einer saisonalen Grippewelle erkrankten in Deutschland zwischen zwei und 14 Millionen Menschen, bisweilen auch mehr. So forderte die Influenza in der Saison 2017/2018 allein in Deutschland über 25.000 Menschenleben, die höchste Zahl an Todesfällen der vergangenen 30 Jahre.

Die Mensch-zu-Mensch-Übertragung

"Momentan haben wir einfach wirklich das Glück auf unserer Seite. Das kann ganz schnell kippen", sagt der Mediziner Johannes Wimmer. Das Tückische an dem neuen Coronavirus sei, dass es von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. In der Regel verursache es Symptome wie bei einer Erkältung; kritischer sei, dass es auch eine schwere virale Lungenentzündung auslösen kann. Deren Quote sei außergewöhnlich hoch, dies könne schnell zu einem Stresstest für die Krankenhäuser führen. Der Arzt lobt aber auch den internationalen Informationsaustausch über den Erreger: "Wir sind in Deutschland jetzt schon mental besser auf das Virus vorbereitet als andere."

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Darüber diskutiert Gisela Steinhauer heute von 9.05 Uhr bis 11 Uhr mit Lars Schaade und Johannes Wimmer. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 sowie per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.

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