Corona-Angst einer Schülerin

Hitzige Debatten über #Yasmin

04:37 Minuten
In der 9. Klasse der Gesamtschule in Münster hängt an einem Klassentisch neben einem Rucksack eine Mund- Nasenbedeckung.
Wie hoch ist das Infektionsrisiko in der Schule? Die Schülerin einer Realschule in Hagen will aus Sorge vor Ansteckung nicht mehr am Präsenzunterricht zusammen mit Ungeimpften teilnehmen. © picture alliance /dpa / Guido Kirchner
Andreas Rosenfelder im Gespräch mit Jana Münkel · 14.01.2022
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Eine Schülerin will aus Sorge vor Ansteckung lieber allein auf dem Schulhof lernen als drinnen mit ungeimpften Mitschülern. Für den Kulturjournalisten Andreas Rosenfelder ist diese Aktion auch Resultat einer Medienberichterstattung, die Angst schürt.
Eine 13-jährige Realschülerin aus Hagen weigert sich, gemeinsam mit ungeimpften Mitschülerinnen und Mitschülern zu lernen. Das unter Asthma leidende Mädchen, das Angst hat, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, lässt sich, trotz der Kälte, aus Protest auf dem Schulhof nieder. Die Schulleiterin hat Verständnis für ihre Aktion, das Jugendamt sieht sie kritisch.
Unter dem Hashtag #Yasim gehen die Kommentare dazu bereits lebhaft hin und her. Auch unser Studiogast Andreas Rosenfelder, Feuilletonchef der Zeitungen „Welt“ und „Welt am Sonntag“ hat eine Meinung dazu: Als „symbolischer Akt“ sei das stark. Dennoch: „Was soll damit erreicht werden?“ Denn mit einer solchen Aktion andere Kinder zum Impfen zwingen zu wollen, sei kein gutes Signal.

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Keine Schuldgefühle bei Kindern wecken

Zum einen sei das Risiko, das von Corona ausgehe, für Schüler gering. Zum anderen kritisiert der Kulturjournalist, dass das Thema „Angst“ im Zusammenhang mit Corona und Covid-19 medial überpräsent sei. Und Kinder machten sich diese Angst zu eigen.  Er hält es für keine gute Entwicklung, in Kindern Schuldgefühle zu schüren, weil sie aus Schule und Kita das Virus mitbringen und ihre Eltern oder Großeltern anstecken könnten.
Welche Wirkungen dies auf die Psyche habe, könne man in aktuellen Studien nachlesen. Und im Zweifelsfall seien Erwachsene selbst dafür verantwortlich, sich vor Corona zu schützen – auch Ältere könnten sich selbst inzwischen gut durch Impfungen vor schweren Verläufen bewahren.
(mkn)

Andreas Rosenfelder ist Ressortleiter des Feuilletons von „Welt“ und „Welt am Sonntag“. Von 2010 bis 2013 war er stellvertretender Ressortleiter. Davor hat er acht Jahre lang für das Feuilleton der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ geschrieben und war Kulturredakteur bei „Vanity Fair“ in Berlin. 2008 erschien sein Buch „Digitale Paradiese“.

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