Cornelia Funke über "Drachenreiter 3. Der Fluch der Aurelia"

    Tauelfen, Holzbohrerwichtel und eine gewaltige Qualle

    16:35 Minuten
    Porträt der Schriftstellerin Cornelia Funke.
    Das Wiedersehen mit Figuren aus früheren Büchern sei "immer ganz wunderbar", findet die Schriftstellerin Cornelia Funke. © picture alliance / dpa / Axel Heimken
    Moderation: Joachim Scholl · 12.10.2021
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    Die bisherigen Bücher der "Drachenreiter"-Geschichte von Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke waren nicht nur beim jungen Publikum sehr erfolgreich. Nun ist der dritte Band da und versammelt wieder einen bunten Reigen an fantastischen Wesen.
    Sie ist die erfolgreichste deutsche Schriftstellerin und hat die Welt mit ihren realistischen Fantasy-Romanen erobert: Mehr als 60 Bücher hat die Kinder- und Jugendbuchautorin Cornelia Funke mittlerweile veröffentlicht, in 50 Sprachen wurden sie übersetzt.
    Nicht nur bei jungen Leserinnen und Lesern war der "Drachenreiter" sehr erfolgreich, als vor rund 20 Jahren der erste Band erschien. Jetzt gibt es den dritten Teil "Der Fluch der Aurelia". Dieser Band spielt in den Tiefen des Pazifischen Ozeans und in Malibu in Kalifornien, wo Funke lange gewohnt hat. Inzwischen lebt sie in der Toskana in Italien.
    Aurelia ist eine "gewaltige Qualle", erklärt Funke. Die bringt eine Saat an Land, aus der dann Fabelwesen geboren werden. Sie macht das, weil sie das Gefühl hat, um die Welt steht es gerade nicht so gut.
    "Wenn man ihr mit Freundlichkeit begegnet, ist das eigentlich eine ganz wunderbare Sache. Aber wenn sie sich bedroht sieht, nimmt sie all das mit sich, was sie in die Welt gebracht hat. Da würden natürlich all die Drachen und anderen fabelhaften Freunde und Helden dazu gehören."
    Die sind alle wieder da: die bekannten Helden Barnabas Wiesengrund mit den Stiefkindern Ben und Guinever, der Troll Hothbrodd, aber auch der Schurke Cadoc Aalstrom.

    Zeit lassen für eine Fortsetzung

    Das Wiedersehen mit Figuren aus früheren Büchern sei "immer ganz wunderbar", so Funke. "Wenn man Figuren wieder besucht – das ist fast so, als wenn die nebenan gewohnt haben und man sich über all das unterhält, was zwischendurch so passiert ist, und sich das sehr vertraut anfühlt."
    Mit Fortsetzungen lasse sie sich aber sehr gern Zeit, um wirklich eine eigene Geschichte schreiben zu können. Die Kinder fragten sowieso immer nach dem "Drachenretter".
    Nach dem ersten Band habe sie jahrelang versucht, eine Fortsetzung zu schreiben: "Ich fand die alle immer ziemlich lau und hatte das Gefühl, ich wiederhole mich einfach nur. Ich denke, das ist eine Todsünde beim Schreiben, wenn man eine Fortsetzung liefert, die dann im Grunde das erste Buch beschädigt, weil jeder denkt: Ah, das haben wir schon mal gelesen."

    Was ganz Eigenes vom Holzbohrerwichtel

    Auch in diesem Buch spielen fantastische Welten und magische Wesen eine große Rolle. So gibt es etliche neue, zum Beispiel Tauelfen und der Holzbohrerwichtel. Das Glossar am Ende des Buches listet Dutzende dieser Figuren auf.
    "Die kommen immer in zahlloser Form, dass ich mich nachher mit meiner Lektorin dransetzen und die wieder rausschmeißen muss", sagt Funke. Sonst überfordere die Fülle an neuen Arten möglicherweise die Leserinnen und Leser.
    Der Holzbohrerwichtel könne "ganz fabelhaft Sachen bauen". Aber manchmal mache er auch seine ganz eigenen Sachen. Da finde man dann plötzlich in einem Tisch ein paar Löcher und es sei klar, dass der Holzbohrerwichtel ein paar Proben genommen hat, um etwas ganz Eigenes zu bauen.
    (abr)
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