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Studio 9 | Beitrag vom 10.03.2020

Chuck NorrisDer härteste aller Kerle wird 80

Von Katharina Wilhelm

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Chuck Norris an einem Raketenwerfer in einer Szene des Films "The Delta Force" (©Cannon Films/Courtesy Everett Collection / dpa)
Republikaner, Waffenfreund und konservativer Christ: Schauspieler Chuck Norris, hier im Actionfilm "The Delta Force" (1986) (©Cannon Films/Courtesy Everett Collection / dpa)

Mit bloßen Händen stoppte er Kettensägen und mit seinem berühmten "Roundhouse Kick" setzte er die Gegner schachmatt: Actionheld Chuck Norris gilt als der Inbegriff des harten Mackers. Oder doch eher als dessen Parodie? Heute jedenfalls wird er 80.

Er steht auf einem Bein, vermöbelt Bösewichte mit einem kräftigen Fußtritt. So kennt man Chuck Norris: Es ist sein Markenzeichen, der so genannte "Roundhouse Kick".

Geboren 1940 in Oklahoma als Carlos Ray Norris ging Norris mit 18 zur Air Force und kam beim Einsatz in Korea zum ersten Mal in Kontakt mit asiatischer Kampfkunst. Eine Erfahrung, die sein Leben verändern sollte, sagte er in einem TV-Interview:

"Ich war ein sehr schüchternes Kind. Die ganze Highschool hindurch habe ich mich nicht mal getraut, vor der Klasse zu stehen und ein Referat zu halten. Aber als ich mit dem Schwarzen Gürtel aus Korea zurückkam und auf dem Militärstützpunkt in Kalifornien meine Karateübungen machte, schauten die anderen GIs mir zu und sagten: Kannst du uns das beibringen?"

Nach der Armee eröffnete Norris Karateschulen und war von 1968 an sechs Jahre in Folge Weltmeister im Karate-Mittelgewicht. Zum Film kam er durch seinen engen Freund, die Kampfsportlegende Bruce Lee – der Durchbruch erfolgte mit "Die Todeskralle schlägt wieder zu".

"Fun Facts" über Chuck Norris im Netz

Seine Filme sind keine Oscar-Preisträger, sondern eher einfacher gestrickte Actionstreifen. Doch sie bescheren Norris ein treues Publikum, das in ihm entweder den idealtypischen harten Macker sieht – oder eher die Parodie davon. Aus dieser Haltung heraus entstanden wohl auch die "Chuck Norris Fakten", die seit 2005 im Netz kursieren: 

Chuck Norris trinkt den 17-Uhr-Tee schon um 16 Uhr.  

Chuck Norris sucht nicht bei Google – Google fragt Chuck Norris...

Wenn Chuck Norris in den Himmel schaut, fangen die Wolken an zu schwitzen. Wir nennen das Regen.

Porträtaufnahme von Chuck Norris aus dem Jahr 2018, mit kurzem Haar und Bart. Er hält ein Mikrofon in der Hand. (imago / ZUMA Press / Robert Szaniszlo)Chuck Norris wird 80. Oder wird 80 Chuck Norris? (imago / ZUMA Press / Robert Szaniszlo)

Chuck Norris gefallen diese Sprüche, er bewirbt sie sogar auf seiner eigenen Website und verrät beim Sender CNBC seinen Favoriten:

"Man wollte Chuck Norris an Mount Rushmore verewigen – aber der Granit war nicht hart genug für seinen Bart."

Republikaner, Waffenfreund und konservativer Christ

Seit 2012 hatte Norris keine nennenswerten Auftritte in Filmen mehr. Stattdessen engagiert er sich für seine eigens gegründete "Kickstarter Kids"-Organisation, in der bedürftige Kinder Karate lernen können. Zudem fällt Norris durch sein politisches Engagement auf: Norris ist ein sehr konservativer Christ, er lehnt die Evolutionstheorie ab. Politisch unterstützt er öffentlich die Republikaner und die Waffenlobby NRA. In einem Werbevideo im Jahr 2008 für sie sagte er, er könne Einbrecher zwar mit seinem Roundhouse Kick in die Flucht schlagen, er bevorzuge aber, wenn sie in einen Waffenlauf schauen würden.

Über Waffen, seinen Glauben und warum er Donald Trump unterstützt, schreibt Norris auch auf der Website "World Net Daily". Chuck Norris stand wegen seiner konservativen Ansichten schon oft in der Kritik, auch, weil er in einem Artikel kritisch gegenüber den Bemühungen der Pfadfinder in den USA stand, sich offener gegenüber schwulen Mitgliedern zu zeigen.

Die Kultserie "Walker, Texas Ranger", die Norris einst so berühmt machte, soll übrigens neu aufgelegt werden – in der Neuauflage bekommt Walkers Charakter, dieses Mal gespielt von Jared Padalecki, einen schwulen Bruder. Über diesen Fakt können wahrscheinlich viele lachen – nur Chuck Norris nicht.

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