Seit 14:05 Uhr Kompressor
Montag, 26.10.2020
 
Seit 14:05 Uhr Kompressor

Literatur / Archiv | Beitrag vom 09.04.2013

Chronist der menschlichen Dummheit

Der US-amerikanische Autor William Gaddis (1922-1998)

Von Sieglinde Geisel

Podcast abonnieren
Gaddis ist ein Schriftsteller, der seiner Gesellschaft auf den Zahn fühlt. (picture alliance / dpa / Maximilian Schönherr)
Gaddis ist ein Schriftsteller, der seiner Gesellschaft auf den Zahn fühlt. (picture alliance / dpa / Maximilian Schönherr)

William Gaddis verzweifelte an den Absurditäten der menschlichen Dummheit – und er rächte sich mit Satiren von abgründiger Komik. Eine Briefausgabe gibt erstmals Einblick in sein Leben. Sein monumentaler Erstling "Die Fälschung der Welt" erscheint in einer aktualisierten Übersetzung.

Ein Autor solle nur in seinem Werk in Erscheinung treten, so die Maxime von William Gaddis, einem der wichtigsten und zugleich am wenigsten gelesenen amerikanischen Autoren des 20. Jahrhunderts. In seinen Briefen, die nun gerade in den USA erschienen sind, gewinnt man nun erstmals Einblick in sein privates und schriftstellerisches Leben.

In Gesprächen etwa mit dem Gaddis-Übersetzer Marcus Ingendaay sowie mit dem Gaddis-Kenner Denis Scheck – er nennt den Autor des Dialogromans "JR" (1975) "den großen Stimmenimitator" der amerikanischen Literatur – nähert sich die Sendung einem Schriftsteller, der seiner Gesellschaft auf den Zahn fühlt wie kaum ein anderer: In jedem seiner vier Romane geht es ihm um den Zustand der amerikanischen Gesellschaft.

Manuskript zur Sendung als PDF und im barrierefreien Textformat

Literatur

Erfolgsmodell Literaturinstitut Zwischen Handwerk und Genie
Illustration von einem Mann, der an beiden Seiten seines Gesichts zwei Bücher lächelnd gegen sich drückt.   (imago stock&people/ Simon Ducroquet )

Inspiration ist schön, macht aber viel Arbeit, hätte Karl Valentin das Studium an Schreibschulen zusammengefasst. An vielen Orten kann heute literarisches Schreiben erlernt werden, und die Kritik an der vermeintlichen „Institutsprosa“ ist fast verstummt.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur