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Literatur / Archiv | Beitrag vom 20.03.2012

Bullerbü wird elektrifiziert

Kinderbücher zwischen bürgerlicher Tradition und digitaler Zukunft

Von Anette Selg

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Junge Leser werfen einen Blick in die Zukunft des Kinderbuchs. (picture alliance / dpa - Mousse)
Junge Leser werfen einen Blick in die Zukunft des Kinderbuchs. (picture alliance / dpa - Mousse)

Es herrscht Aufbruchstimmung auf dem Kinderbuchmarkt: Im deutschsprachigen Raum werden ständig neue Verlage gegründet und zukunftsgerechte Formate entwickelt. Heute gibt es Kinderbücher, die auf Knopfdruck leuchten, blinken oder digital zwitschern.

Bullerbü wird elektrifiziert – unter anderem mit Hilfe einer Generation von Autoren und Zeichnern, die aus dem Internet kommt und an frechen Geschichten und immer verwegeneren Illustrationen arbeitet. Extrem laut und unglaublich nah: Es ist, als hätten die Kinderladen-Kinder und Nachkommen der 68er im 21. Jahrhundert endlich sämtliche Produktionsmittel selbst in die Hand bekommen und ihre eigene Kulturrevolution gestartet.

Doch während "Grimms Märchen" in SMS-Länge radikal zum Download freigegeben werden, dekorieren die kleinen, feinen Buchläden in den arrivierten Wohnvierteln der großen Städte ihre Schaufenster mit liebevoll gemachten Reprints der Kinderbuchliteratur, Familienliederbüchern, Klassikern und altmodisch ausgestatteten Fabelsammlungen. Gesunde Mischkalkulation oder Lesestoff für ein neues Bürgertum? Verleger, Autoren und junge Leser werfen einen Blick in die kunterbunte Zukunft des Kinderbuchs.

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