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Interview | Beitrag vom 21.07.2019

Bürgerinitiative gegen Deutsche PostInitiative will gegen eingeschweißte Werbesendung klagen

Katharina Wallmann im Gespräch mit Thomas Jaedicke

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Die Briefkästen eines Wohnhauses in Jena sind mit Werbematerial überfüllt. Das ganze Jahr über gibt es mehr oder weniger  Postwurfsendungen von Warenhausketten, Baumärkten oder Reisebüros die Briefkästen füllen. (dpa-Zentralbild/ Jan-Peter Kasper)
Sichtung der zahlreichen kostenlosen Werbesendungen, die sich wöchentlich in Briefkästen finden: die Gründungsmitglieder der Initiative "Letzte Werbung". (dpa-Zentralbild/ Jan-Peter Kasper)

"Einkauf aktuell" landet in Millionen Briefkästen in Deutschland, ein Werbeblättchen in Plastikfolie eingeschweißt. Die Initiative "Letzte Werbung" will nun einklagen, dass man die Sendung per Widerspruch abbestellen kann, sagte eine Vertreterin im Deutschlandfunk Kultur.

Wegen einer in Plastik eingeschweißten Werbesendung der Deutschen Post will eine Bürgerinitiative gegen den Konzern klagen. Haushalte bekämen die wöchentliche Wurfsendung auch dann, wenn sie dem Erhalt schriftlich widersprochen hätten, sagte Katharina Wallmann von der Initiative "Letzte Werbung" im Deutschlandfunk Kultur. Auf einer von der Kampagne ins Leben gerufenen Webseite, auf der man diesen Widerspruch einlegen können, hätten sich 60.000 Haushalte registriert, um sich von der Werbesendung abzumelden.

Die Mitbegründerin der Initiative "Letzte Werbung", Katharina Wallmann, bringt Aufkleber an Briefkästen an gegen den Einwurf kostenloser Werbung. (Letzte Werbung)Die Mitbegründerin der Initiative "Letzte Werbung", Katharina Wallmann, bringt Aufkleber an Briefkästen an gegen den Einwurf kostenloser Werbung. (Letzte Werbung)

"Die Deutsche Post hat uns aber mitgeteilt, dass sie sich nicht daran halten möchte", so Wallmann. Die Position der Post sei, so Wallmann, dass der Konzern ohne "Bitte keine Werbung"-Aufkleber nicht zuverlässig feststellen könne, wer Werbung möchte und wer nicht. Hier müsse aber die Deutsche Post einen Weg finden, um das Problem zu lösen, nicht der Bürger, so Wallmann. Lediglich 25 Prozent der Haushalte hätten diesen Aufkleber, jedoch möchten 76 Prozent diese Werbung nicht, erklärte Wallmann. "Es muss einfacher gemacht werden, diese Werbung abzubestellen." Man sehe sich gezwungen, den Rechtsweg zu beschreiten, hieß es vom Verein.

Bis zu 26 Kilogramm Altpapier

Das Werbeblatt verursache große Mengen Plastikmüll und Altpapier, so die Initiative. Es könnten im Jahr bis zu 26 Kilogramm Altpapier pro Haushalt sein. Es handelt sich den Angaben zufolge um das Werbemagazin "Einkauf aktuell". Es erreicht laut Post bis zu 20 Millionen Haushalte.

Von der Post hieß es, der Konzern sei sich "der Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst" und es werde kontinuierlich versucht, "unser Produkt so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten". Der "Welt am Sonntag", die zuerst darüber berichtet hatte, hatte die Post mitgeteilt, sie ermögliche Kunden bisher nicht die schriftliche Kündigung, weil es in einem Massengeschäft nicht möglich sei, "einzelne Empfänger über Namenslisten auszunehmen". Die Plastikfolie sei notwendig, damit die Hefte "vollständig und nicht verdreckt oder nass" ankämen.

(abr)

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