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Lesart / Archiv | Beitrag vom 08.02.2021

Bücher über ObdachlosigkeitDas Leben auf der Straße in der Literatur

Von Stephanie von Oppen

Eine Zelt steht im Schnee am Ufer des Landwehrkanals in Berlin. (AFP / David Gannon)
Durch die Coronakrise ist die Lage vieler Obdachloser besonders prekär. (AFP / David Gannon)

Ohne Wohnung zu sein, gleicht einem Fall in die Bodenlosigkeit. Die Angst davor, so tief zu fallen, wird in Zeiten von Corona sicher noch größer geworden sein. Zahlreiche Bücher widmen sich dem Thema. Wir stellen einige vor.

Der Verlust der Wohnung und der Absturz aus einer gesicherten Existenz gleicht für die meisten Menschen einem Horrorszenario. Angesichts der Corona-Pandemie wächst die Angst davor, wirtschaftlich so sehr ins Abseits zu geraten, das genau das geschieht. Mit Obdachlosigkeit assoziieren wir Sucht, Verwahrlosung, Verlust der Menschenwürde.

Es gibt Menschen, deren unaufhaltsamer Abstieg geradezu biografisch vorgezeichnet ist, andere haben vielleicht ein gutbürgerliches Leben geführt und verlieren plötzlich den Boden unter den Füßen. Jeder Mensch, der auf der Straße lebt, hat seine individuelle Geschichte. Obdachlosigkeit wirft Fragen nach dem Umgang damit auf, persönlich und gesellschaftlich.

Zahlreiche Sachbücher, Essays, Studien gibt es dazu. Das Thema Obdachlosigkeit hat in der Literatur und im Theater eine lange Tradition.  Wir stellen hier aktuelle Bücher zum Thema vor.

"Der Sandler" von Markus Ostermair
Roman, Osburg Verlag, Hamburg 2020
350 S., 20,- Euro

"Ohne Dach, ohne Ofen, ohne Bett: Obdachlose in München" von Sabine Roidl
Allitera, München 2020
120 S., 15,- Euro

"Sein und Wohnen - philosophische Streifzüge zu Geschichte und Bedeutung des Wohnens" von Florian Rötzer
Westend, Frankfurt 2020
288 S., 22,- Euro

"Adresse unbekannt", Kinderbuch von Susin Nielsen
 Urachhaus, Stuttgart 2020
284 S., 18,- Euro

"Glück und Leid am Bahnhof Zoo" von Dieter Puhl
Herder, Freiburg 2018
15,- Euro

"Kein Dach über dem Leben" von Richard Brox
Autobiografie, Rowohlt, Hamburg 2017
270 S., TB, 10,- Euro

"Elefant" von Martin Suter
Roman, Diogenes, Zürich 2017
352 S., TB 24,- Euro

"Unbehaust" von Elke Brüns, Essay
Mikrotext, Berlin 2017, 60 S., E-Book, 4,99 Euro

"Ein mittelschönes Leben", Kinderbuch von Kirsten Boie
Hinz und Kunz, Hamburg 2008
28 S., TB, 4,80 Euro

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Henning Ahrens: "Mitgift"Ein Patriarch übelster Sorte
Henning Ahrens steht auf einer Wiese, er hat dunkle Haare, trägt eine weinrote Lederjacke, dunkelblauen Pullover, und eine graue Hose. Im Hintergrund ist dichter Wald zu sehen. (Gabrielle Strijewski )

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