Sonntag, 21.10.2018
 

Breitband | Beitrag vom 21.07.2018

Breitband SendungsüberblickWerden die Debatten in Deutschland härter?

Moderation: Vera Linß und Martin Böttcher

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Der umstrittene Seite 3-Beitrag der Wochenzeitung Die Zeit.. (Deutschlandradio)
Der umstrittene Seite 3-Beitrag der Wochenzeitung "Die Zeit". (Deutschlandradio)

Politische Kontroversen rufen immer extremere Positionen hervor. Über Flüchtlinge wird inzwischen bis hin zur Empathielosigkeit gegenüber dem Leid der anderen diskutiert. Aber ist Empathie hier überhaupt angemessen? Oder brauchen wir etwas anderes?

Grenzkontrollen, Muslime, #MeToo, Trump, AfD: Die Positionen zu diesen heiß diskutierten Themen scheinen derzeit immer weiter auseinanderzugehen. Besonders deutlich wurde das in der letzten Woche in einem Beitrag der Wochenzeitung "Die Zeit". Unter der Überschrift "Oder soll man es lassen?" wurde die Legitimität privater Rettungen von Flüchtlingen im Mittelmeer in einem Pro & Contra diskutiert.

Von den einen wird der Beitrag als notwendige Diskussion über politische Konsequenzen der privaten Seenotrettung gesehen, von anderen als Angriff auf die Menschlichkeit gewertet. Die "Zeit" reagierte mit einem Blogbeitrag der Chefredaktion, in dem die missverständliche Überschrift bedauert wird. Stefan Fries gibt einen Überblick zur Diskussion um den Beitrag.

"Menschenrechte sind verhandelbar geworden"

Im Anschluss beschäftigen wir uns mit unserer gegenwärtigen Debattenkultur. "Gibt es falsche Fragen?", lautete ein Kommentar, ebenfalls erschienen in der "Zeit". "Menschenrechte sind verhandelbar geworden, die Empathielosigkeit gegenüber dem Leid der anderen nimmt zu", schreibt der Autor Christian Bangel.

Wir fragen: Werden die Debatten in Deutschland härter und emotionaler? Braucht es bei gewissen Themen weniger Empathie, damit man überhaupt über sie sprechen kann? Oder nimmt die Empathielosigkeit gegenüber dem Leid der anderen tatsächlich zu? Und welche Aufgabe hat der Journalismus innerhalb dieser Debatten?

Unsere Gäste: Der Philosoph Jan Slaby beschäftigt sich mit Empathie, Internet und Medien. Die Soziologin Saskia Sassen ist bekannt für ihre Analysen über die Globalisierung und internationale Migration. Mit den beiden sprechen wir über die Rolle der digitalen, aber auch der klassischen Medien bei der Darstellung von extremem Positionen.

Medien und Meinungen

Eckpunkte-Papier der Bundesregierung für eine Strategie zur Künstlichen Intelligenz
Rekordstrafe für Google
Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rundfunkbeitrag

Rabiate Aktion gegen Tor-Aktivisten

In diesem Fall passt vieles nicht ganz zusammen: Ende Juni haben Polizisten Vereinsräume und Wohnungen von Netzaktivisten durchsucht. In Berlin, Dresden, Augsburg und Jena beschlagnahmten die Beamten Technik und Dokumente des Vereins Zwiebelfreunde e.V., obwohl die Vereinsmitglieder nur als Zeugen in einem Verfahren gegen einen Blog gelten. Ralf Hutter war für uns in Augsburg und hat unter anderem mit dem Vorstand des Zwiebelfreunde-Vereins gesprochen.

Die Netzmusik-Playlist

Birocratic – Bob Ross goes to Hollywood (CC BY-NC-ND)
Pk Jazz Collective – Step On (CC BY-NC-SA)
notforme! – Forlorn Shores (CC BY-NC-SA)
Glaciære – Relaxing in the hammock (CC BY)
Paternoster Poetry – Beats to procrastinate to (CC BY)
Corgiat – Terraferma (CC BY-NC-SA)

Das Team

Moderation: Vera Linß und Martin Böttcher
Redaktion: Marcus Richter und Jana Wuttke
Medien und Meinungen: Jochen Dreier
Netzmusik: Christian Conradi
Webredaktion: Nora Gohlke

Weitere Audiobeiträge:

Breitband komplette Sendung vom 14.07.2018

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