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Breitband | Beitrag vom 25.12.2020

Breitband SendungsüberblickWas bringt Künstliche Intelligenz dem Journalismus?

Moderation: Jenny Genzmer und Dennis Kogel

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Roboterhund mit aufgerollter Zeitung in der Schnauze (imago images/imagebroker/our-planet.berlin)
Wie weit sind die KI-Technologien im Journalismus schon verbreitet und welche Aufgaben übernehmen sie? Darum geht es in dieser "Breitband"-Sendung. (imago images/imagebroker/our-planet.berlin)

Kollege Roboter: Arbeitsplatzkiller oder nützlicher Gehilfe? Künstliche Intelligenz hat auch in der Medienbranche einen ambivalenten Ruf. Die Technologie könnte dem Journalismus tatsächlich nützen – erfordert aber auch ein Umdenken.

Manche nennen es Roboterjournalismus. Andere sprechen schon von Roboterkolleg:innen. Und manche treibt die Angst um, von diesen Roboterkolleg:innen ersetzt zu werden - spätestens dann, wenn sie von einer Künstlichen Intelligenz betrieben werden. 

Doch wie berechtigt ist diese Angst?

Wie weit sind die KI-Technologien im Journalismus schon verbreitet? Welche Aufgaben übernehmen sie? Auf der Suche nach Antworten haben Jenny Genzmer und Dennis Kogel mit Journalist:innen und Entwickler:innen gesprochen und das JournalismAI-Festival besucht, das im Dezember als virtueller Kongress stattfand und von der London School of Economics organisiert wurde. 

Mitarbeiterüberwachung in Corona-Zeiten

Kürzlich gab es Aufregung um neues Tool in der Office-Software von Microsoft: Eine Übersicht in der Bürosoftware gab Adminstrator:innen und Chef:innen die Möglichkeit, genau zu beobachten, an wie vielen Tagen ihre Mitarbeitenden Mails verschickten oder Chats und andere Nachrichtenkanäle nutzten.

Diese Arbeitsgewohnheiten wurden mit einem "Productivity Score" versehen – die Mitarbeit also mit einem Wert benotet. Datenschützer:innen und Gewerkschaften zeigten sich entsetzt: Microsoft wolle Überwachung im Büro zum Standard machen.

Microsoft änderte daraufhin die Einstellungen und anonymisierte die Auswertung – zumindest größtenteils.

Solche Vorstöße, Mitarbeitende am Arbeitsplatz zu überwachen, sind keine Einzelfälle. Das Thema hat in diesem Jahr noch einmal an Brisanz gewonnen: Viele Menschen sind seit der Pandemie im Home Office – und viele Chef:innen wollen überprüfen, ob ihre Leute auch tatsächlich arbeiten.

Wie verbreitet sind Überwachungstechnologien schon, welche Folgen hat das für Angestellte und was ist überhaupt erlaubt? Darüber haben wir mit dem Arbeitsrechtler Peter Wedde gesprochen.

Wie wir im Jahr 2020 zu User:innen geworden sind

Das Jahr 2020 hat gezeigt: Wir sind endgültig eine Internet-Gesellschaft. Die Pandemie traf auf eine digitalisierte Bevölkerung. Noch vor einigen Jahren wären Home Office oder Home Schooling weitaus weniger möglich gewesen. 

Kurz: Wir sind Netzmenschen geworden. Unser Kollege Jochen Dreier hat sich Gedanken darüber gemacht, wie wir dieses Jahr als "Personen" begannen und als "User:innen" beendeten.

Das Team

Moderation: Jenny Genzmer und Dennis Kogel
Beiträge: Jenny Genzmer, Dennis Kogel und Jochen Dreier
Redaktion: Nora Gohlke, Jochen Dreier und Jana Wuttke
Webredaktion: Nora Gohlke

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