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Der ausbleibende Aufschrei

44:58 Minuten
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Steuervermeidung kostet Bürgerinnen und Bürger jedes Jahr Milliarden. Trotzdem scheinen große Enthüllungen wie die "Pandora Leaks" zu versanden. © imago images / IlluPics
Moderation: Jenny Genzmer und Dennis Kogel · 23.10.2021
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Die Steuerdaten-Leaks der "Pandora Papers" hätten für viel Empörung sorgen können – die blieb jedoch aus. Warum? Außerdem: Videospiel-Emulation. Alte Spiele im Spannungsfeld zwischen schützenswertem Kulturgut und kommerziellen Interessen.
"Pandora Papers" ist der Name der neuesten Enthüllungen über Steuerparadiese. Über 300 namhafte Politikerinnen und Politiker tauchen in den Datensätzen auf. Doch trotz umfangreicher Recherchen und Berichterstattung, scheint der große Aufschrei ausgeblieben zu sein.
Als vor einigen Jahren die "Panama Papers" Ähnliches zeigten, schien das noch ganz anders zu sein. Über Wochen wurde über die Inhalte und die Kanzlei Mossack Fonseca gesprochen, der Bundestag rief sogar eine Aktuelle Stunde ein, um über die Folgen zu sprechen.
Wir beleuchten, warum das Thema Steuerbetrug viele Menschen in Gesellschaft und Medien auf den ersten Blick nicht mehr zu berühren scheint. Und wir sprechen darüber, was sich seit den Panama Papers im Kampf gegen Steuerbetrug getan hat.
Wir haben mit Frederik Obermaier vom Investigativteam der "Süddeutschen Zeitung", Konrad Duffy von der Bürgerbewegung Finanzwende und Maren Urner, Neurowissenschaftlerin und Gründerin vom Online-Magazin "Perspective Daily" gesprochen.

Aufwändige Arbeit: Der Erhalt alter Videospiele

Es heißt immer "Das Internet vergisst nicht", doch damit dieser Satz stimmt, muss viel Arbeit investiert werden. Videospiele, aber auch andere Software und Computerkunst aus den 1980er- und 90er-Jahren lassen sich nicht einfach so auf modernen PCs installieren. Auch Konsolen aus dieser Zeit sind mittlerweile zu teuren Sammlerstücken geworden.
Wer die Hardware von damals nicht besitzt, aber die Spiele von damals genießen oder als wichtiges Kulturgut der Bevölkerung zugänglich machen will, benötigt Technik, die das ermöglicht. Technik wie Emulatoren: Software, die vorgaukelt, die Hardware von damals zu sein, und die Eingaben für moderne Systeme übersetzt.
Diese Werkzeuge sind großflächig verfügbar und werden sogar von Firmen wie Nintendo eingesetzt, um die Spiele von damals auf ihren neuen Konsolen zum Laufen zu bringen. Gleichzeitig bewegen Emulatoren sich oft in einer rechtlichen Grauzone: Das Herunterladen von Spieledateien ist oft ein Urheberrechtsverstoß, gegen den vorgegangen wird.
So entsteht ein Spannungsfeld zwischen kommerziellen Verwertungsrechten für geistiges Eigentum und der Idee, Kulturgüter zu archivieren und zu erhalten. Darüber sprechen wir mit Ron Gilbert, Schöpfer von Spieleklassikern wie "Monkey Island", Lothar Serra Mari, der genau diese Klassiker mit der Software "ScummVM" erhalten will, Christian Rauda, Fachanwalt für IT-Recht, und Klaus Rechert, der an der Uni Freiburg zu Emulation forscht.

Das Team

Moderation: Jenny Genzmer und Dennis Kogel
Redaktion: Hagen Terschüren, Jenny Genzmer, Dennis Kogel und Jochen Dreier
Webredaktion: Hagen Terschüren
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