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Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.10.2019

Booker-Preis für Evaristo und Atwood Politisch relevante Literatur ausgezeichnet

Marten Hahn im Gespräch mit Gabi Wuttke

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Margaret Atwood (l) und Bernardine Evaristo (r) haben den Booker-Prize 2019 erhalten (dpa (Atwood) / Imago (Evaristo))
Haben die Jury überzeugt: Booker-Preisträgerinnen 2019 Margaret Atwood (l) und Bernardine Evaristo (r). (dpa (Atwood) / Imago (Evaristo))

Margaret Atwood aus Kanada und die britische Autorin Bernardine Evaristo teilen sich den Booker-Preis. Die Jury konnte sich nicht zwischen Atwoods Thriller "Die Zeuginnen" und Evaristos Geschichten schwarzer Frauen "Girl, Woman, Other" entscheiden.

Die Entscheidung den beiden Schriftstellerinnen Margaret Atwood und Bernardine Evaristo den Booker-Preis 2019 zuzusprechen, sei eine Überraschung gewesen, berichtet Marten Hahn. Zwar wurde der Preis schon 1974 und 1992 geteilt, dann seien aber die Regeln geändert worden und es wurde verboten, den Preis aufzuteilen.

Die Jury konnte sich nicht einigen

Jetzt teilte die Jury leicht flapsig mit, 'die Regeln seien inadäquat', sagt Hahn. Man habe versucht sich auf eine Gewinnerin zu einigen, hatte aber dabei keinen Erfolg. Für Margaret Atwood sei es bereits der zweite Booker-Preis, aber auch Bernardine Evaristo hat schon einiges vorzuweisen. 

"Girl, Woman, Other" sei bereits ihr achtes Buch, so Hahn. Die britische Autorin mit nigerianischen Wurzeln habe auch die erste Theatergruppe für schwarze Frauen in Großbritannien gegründet. Ihr Thema ist die schwarze Diaspora in England, so auch in "Girl, Woman, Other".

Beim Lesen vor Publikum habe Evaristo sehr ernst gewirkt, sagt Hahn. Das Buch hingegen habe auch sehr komische Stellen. Kunstvoll verschränke die Schriftstellerin die Geschichten von zwölf britischen schwarzen Frauen, "sehr poetisch, manchmal ohne Großschreibung und Satzzeichen", zu einem Kommentar auf eine gespaltene Gesellschaft.

Es war eine politische Auswahl

Bemerkenswert sei es gewesen, dass kein weißer Mann unter den Nominierten gewesen sei, sagt Hahn: "Man merkte schon, dass es eine sehr politische Auswahl war. Es ist heute nicht mehr genug, einfach nur eine gute Geschichte zu erzählen, sondern sie muss auch politisch relevant sein."

(beb)

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