Seit 01:05 Uhr Tonart

Montag, 21.01.2019
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Studio 9 | Beitrag vom 24.06.2014

AuszeichnungNationalpreis für Montagsdemos

25 Jahre nach dem Fall der Mauer werden Leipziger Akteure geehrt

Podcast abonnieren
Der Nationalpreisträger Christoph Wonneberger (picture alliance / dpa / Bernd Von Jutrczenka)
Der Nationalpreisträger Christoph Wonneberger (picture alliance / dpa / Bernd Von Jutrczenka)

Die Leipziger Friedensgebete und Montagsdemonstrationen haben entscheidend zur Wende 1989 beigetragen. Für den nun mit dem Nationalpreis ausgezeichneten Pfarrer Christoph Wonneberger war diese Entwicklung damals kaum abzusehen, wie er im Interview erklärt.

Unter den heute gewürdigten Preisträgern ist der Leipziger Pfarrer Christian Führer: Der Geistliche hatte die Nikolaikirche in der Messestadt in den Achtzigerjahren für die wöchentlichen Friedensgebete geöffnet. Von dort starteten dann später die Montagsdemonstrationen.

Neben Führer wurden nun auch der Pfarrer Christoph Wonneberger und der Bürgerrechtler Uwe Schwabe sowie das Archiv Bürgerbewegung Leipzig für ihr Engagement ausgezeichnet.

Der Preis wird von der Deutschen Nationalstiftung vergeben, die Altbundeskanzler Helmut Schmidt mitgegründet hat. Der Preis würdige Menschen, "deren revolutionärer Mut und deren Gewaltverzicht den Einsturz des DDR-Regimes und den Fall der Mauer bewirkten", so die Stiftung. Das Preisgeld liegt bei insgesamt 60.000 Euro.

Christoph Wonneberger koordinierte Friedensgespräche

Für Pfarrer Wonneberger war damals in den 80ern der Umschwung, oder auch nur kleine Änderungen der Verhältnisse in der DDR damals kaum abzusehen, wie er im Interview erklärt. Es habe damals vor allem große Auseinandersetzungen gegeben zwischen denen, die weg wollten aus der DDR und denen die blieben.

"Ich habe versucht, den Freiraum, den die Kirche geboten hat, auch auszuschöpfen", erklärt Wonneberger die Bedingungen, unter denen er in den 80er-Jahren versuchte, Veränderungen zu initiieren.

Wonneberger koordinierte damals die Friedensgebete und schwebte damit in der ständigen Gefahr, verhaftet zu werden. Auf der Liste des örtlichen Staatssicherheitsdienstes stand Wonneberger im Oktober 1989 auf Platz 3. Sein zur Gewaltlosigkeit aufrufendes Flugblatt wurde am 9. Oktober über 20.000 Mal verteilt und hatte an dem Erfolg der Demonstration maßgeblichen Anteil.

Mehr zum Thema

Kalter Krieg - ''Bleibt in den Kasernen!" (Deutschlandradio Kultur, Länderreport, 23.05.2014)

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur