Seit 23:05 Uhr Fazit

Mittwoch, 13.11.2019
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Kompressor | Beitrag vom 20.11.2015

Auswahl von Xavier NaidooThomas Schreiber verteidigt ESC-Entscheidung

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber im Gespräch mit Stephan Karkowsky

Podcast abonnieren
Thomas Schreiber Programmleiter im Bereich Fiktion & Unterhaltung beim NDR Fernsehen sowie ARD-Unterhaltungskoordinator; Aufnahme vom Mai 2011 (picture alliance / dpa)
Thomas Schreiber ist Programmleiter im Bereich Fiktion & Unterhaltung beim NDR Fernsehen sowie ARD-Unterhaltungskoordinator (picture alliance / dpa)

Der ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber hat den umstrittenen Sänger und ESC-Kandidaten Xavier Naidoo gegen den Vorwurf des Rechtsradikalismus und der Homophobie verteidigt. In dem Song "Wo sind sie jetzt" gehe es stattdessen um Kindesmissbrauch.

Im Deutschlandradio Kultur sagte Schreiber, wenn Naidoo beim Eurovision Song Contest für Deutschland singe, "dann steht da ein Mensch auf der Bühne, der für ein weltoffenes, tolerantes Deutschland antritt und der das schon mit seiner Hautfarbe zeigt, dass das ein weltoffenes Land ist."

Der ARD-Unterhaltungskoordinator räumte ein, dass der Sänger einige zumindest missverständliche Äußerungen gemacht habe, betonte aber zugleich, Naidoo habe sich "mehrfach öffentlich distanziert, dass er mit den Reichsbürgern irgendwas gemein haben will. Er hat sich genauso von der NPD distanziert."

"Er sagt, ich bin mit Schwulen groß geworden"

Auch zum Vorwurf der Homophobie habe sich Naidoo geäußert, betont Schreiber. "Er sagt, ich bin mit Schwulen groß geworden, er hat die Petition an die Bundeskanzlerin zur Gleichberechtigung der gleichgeschlechtlichen Ehe unterschrieben."

Der radikale Text des Liedes "Wo sind sie jetzt" ist Schreiber zufolge offenbar darauf zurückzuführen, dass Naidoo als Acht- oder Neunjähriger "in die Hände eines pädophilen Mannes gefallen" sei. Entsprechend deutete Schreiber den Song "Wo sind" als "Rachefantasie eines inhaftierten und geschändeten Kindes", sagte er. "Es geht um Kindesmissbrauch."

Schreiber kritisierte seinerseits die Heftigkeit des "Shitstorms", den die Nominierung Naidoos für den ESC ausgelöst hat. "Was mich an dem Shitstorm überrascht hat, ist, dass die Bereitschaft, sich mit den Fakten oder dem, was er selber gesagt hat, auseinanderzusetzen, überschaubar ist."

Mehr zum Thema

Umstrittene ESC-Entscheidung - Xavier Naidoo: Stehe für weltoffenes Deutschland
(Deutschlandradio Kultur, Aktuell, 20.11.2015)

Eurovision Song Contest - ARD erntet Shitstorm für Naidoo-Entscheidung
(Deutschlandradio Kultur, Aktuell, 19.11.2015)

Skandal-Rede - Wie stellt sich Mannheim zu seinem Sohn Xavier Naidoo?
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 14.10.2014)

Kommentar - Der ARD ist der ESC-Geist fremd
(Deutschlandradio Kultur, Tonart, 19.11.2015)

Verleihung des "Goldenen Aluhuts" - Preis für die skurrilste Verschwörungstheorie
(Deutschlandfunk, Corso, 02.11.2015)

Goldener Aluhut - Preis für die stärkste Verschwörungstheorie
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 25.09.2015)

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur