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Kompressor | Beitrag vom 12.10.2018

Ausstellung über Kunst und Ökonomie in Mannheim"Humor ist die Spalte in der Tür für aufsässige Ideen"

Zefrey Throwell im Gespräch mit Timo Grampes

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Die "Wall Street" im Finanzdistrikt von Manhattan in New York. (dpa/picture alliance/Daniel Karmann)
New York - Wall Street (dpa/picture alliance/Daniel Karmann)

Kunst und Ökonomie sind das Thema der Ausstellung "Konstruktion der Welt" in der Kunsthalle Mannheim. Mit dabei: der Künstler Zefrey Throwell aus Alaska, der einst Nudisten auf die Wall Street schickte. Er setzt auf das mächtige Mittel des Lachens.

Kunst und Ökonomie gehören zusammen, nicht nur angesichts des globalen Kunstmarkts. Diesem Zusammenhang nimmt sich die Kunsthalle Mannheim derzeit in der Ausstellung "Konstruktion der Welt: Kunst und Ökonomie 1919-1939 und 2008-2018" an. Ein Thema darin: die Zeit nach der Finanzkrise vor zehn Jahren. Die Schau versammelt dazu Arbeiten, die sich mit den gesellschaftlichen Folgen auseinandersetzen - unter anderem von US-Künstler Zefrey Throwell, der aus einer nudistischen Open-Air-Performance, die er 2011 auf der Wall Street veranstaltet hatte, eine Installation gemacht hat.

50 Nackte auf der Wall Street

Die Aktion mit 50 nackten Darstellern sei ein Ruf nach Transparenz und Erkenntnis gewesen, was eigentlich auf der Wall Street abgeht, erzählt Throwell im Deutschlandfunk Kultur. Nacktheit sei in den USA ein Mittel, um Aufmerksamkeit zu erregen, weil Amerikaner damit immer noch "Riesenprobleme" hätten: "Ganz anders, wenn zum Beispiel jemand erschossen wird: Man knallt jemandem in New York eine Kugel ins Gesicht und die Leute gehen darüber hinweg und trinken Kaffee im nächsten Starbucks."

Tür auf für aufsässige Ideen

Demos und Sit-Ins sind nach Ansicht des Künstlers keine effektiven Mittel mehr, um Protest zu formulieren. "Es gibt neue leistungsfähigere Formen des Protests, die dann auch durch eine andere Art des Erzählens wirklich etwas bewegen." Das machtvollste Mittel, um die Leute zum Zuhören und zum Umdenken zu bewegen, sei das Lachen. Deshalb habe er in seinen Protestformen immer auch etwas Humorvolles mit eingebaut. "Der Humor ist sozusagen eine Spalte in der Tür, durch die aufsässige Ideen in das Haus hineinkriechen können."

(kü)

Hier das Interview mit Zefrey Throwell im englischen Originalton:

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