Seit 20:03 Uhr Konzert

Dienstag, 20.11.2018
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Interview | Beitrag vom 07.11.2018

Ausstellung "1914 / 1918 - Not Then, Not Now, Not Ever"Wenn Hölzer eine Geschichte erzählen

Volker-Johannes Trieb im Gespräch mit Nicole Dittmer

Beitrag hören Podcast abonnieren
07.11.2018, Berlin: Volker-Johannes Trieb, Initiator der Ausstellung "1914/1918 - Not Then, Not Now, Not Never" steht vor Ausstellungseröffnung in der Abgeordnetenlobby des Reichstagsgebäudes. Zum Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November 1918 vor genau 100 Jahren, präsentiert die Ausstellung Arbeiten internationaler Künstler, die damit ein Zeichen für den Frieden setzen möchten. Die Ausstellung ist vom 10. November 2018 bis 6. Januar 2019 im Rahmen von Führungen durch den Bundestag zu sehen.  (dpa / picture alliance / Arne Immanuel Bänsch)
Hölzer dokumentieren das Leid der Zeit, sagt der Bildhauer Volker-Johannes Trieb (dpa / picture alliance / Arne Immanuel Bänsch)

Der Bildhauer Volker-Johannes Trieb kuratiert eine Ausstellung anlässlich des Ende des Ersten Weltkrieges, der sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. In der Ausstellung sind 312 Exponate zu sehen - geschaffen aus Holz direkt von der Front.

Ab dem 10. November 2018 ist eine ganz besondere Ausstellung im Reichstag in Berlin zu sehen: "1914 / 1918 - Not Then, Not Now, Not Ever" heißt sie. Die Idee hatte der Bildhauer Volker-Johannes Trieb und 31 Künstler zeigen ihre Werke im Rahmen der Ausstellung. Die Künstler hatten keine Vorgaben von Trieb bekommen - außer eine: das Arbeitsmaterial. Jeder Künstler erhielt einen Holzquader in der Größe 30 mal 30 mal 30 Zentimeter. Er stammte von Bäumen aus einem Frontabschnitt des Ersten Weltkriegs in Frankreich.

"Ich arbeite oft mit Holz und finde, dass Hölzer sehr viel erzählen können", sagt Trieb. "Gerade die Hölzer, die von Splittern des Ersten Weltkrieges getroffen wurden, haben eine besondere Aura", meint er. In den Hölzern stecken Granatsplitter und Munition. "Sie dokumentieren das Leid der Zeit, aber auch die 100 Jahre danach, die ja auch nicht friedfertiger waren", sagt er in Anspielung auf die Kriege und Kämpfe danach, wie den Zweiten Weltkrieg, in dem wiederum Millionen Menschen starben.

31 Aussagen, die aufeinandertreffen

Jeder Künstler habe auf seine Art und Weise reagiert, erzählt Trieb: Der österreichische Künstler Hermann Nitsch habe rote Farbe über seinen Holzklotz gegossen, die australische Künstlerin Fiona Hall Künstlerin habe das Holz in dünne Scheiben geschnitten, um einen kleinen Sarg daraus zu bauen und habe auf diesen Sarg eine verbrannte Kinderwiege montiert - gleichzeitig auch das Exponat, das ihn am stärksten berührt habe. "Das Spannende an dieser Ausstellung sind zweifellos die 31 Aussagen, die in diesem Raum aufeinandertreffen", meint Trieb.  

Derzeit ist die Ausstellung im Reichstag in Berlin zu sehen, anschließend wird sie im UN-Gebäude in New York City gezeigt. Sie soll aber danach auch noch an anderen Orten zu sehen sein.

(inh)

1914 / 1918 - Not Then, Not Now, Not Ever zu sehen vom 10. November 2018 bis zum 6. Januar 2019 im Reichstag in Berlin. 

Mehr zum Thema

Bundestag: Kunst zum Weltkriegsende - Holzwürfel vom Frontabschnitt
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 07.11.2018)

Geruchsforschung im Museum - Der Gestank von Schlachtfeldern im Ersten Weltkrieg
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 26.05.2018)

Erster Weltkrieg und seine Folgen - Versöhnung statt Sieg
(Deutschlandfunk Kultur, Religionen, 10.09.2017)

Erster Weltkrieg - Die Geige aus dem Schützengraben
(Deutschlandfunk Kultur, Tonart, 01.12.2016)

Interview

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur